Samstag, 5. November 2016

November

GD

Das November-Kalendergedicht meines Vaters ist das für mich traurigste. Es befasst sich mit dem Gedenken an »alle, die gegangen sind«, und als mein Vater diese Zeilen schrieb, konnte er sich wahrscheinlich auf keinen Fall vorstellen, dass er selbst bereits gegangen sein würde, wenn ich gerade mal dreißig Jahre alt bin. Natürlich war nie klar, wie es mit mir gesundheitlich weitergehen würde, aber hätte er wissen können, dass ich viele glückliche Jahre als Erwachsener verleben würde, hätte er sich bestimmt nicht ausgemalt, dann nicht mehr dabei zu sein.

Dennoch mag ich das Gedicht. Es ist so friedlich, wie meist sehr einfach gehalten und bezieht sich auf das Alltägliche, das für jeden Menschen erlebbar ist. Was mein Vater mit den Bindestrichen am Ende mancher Verse bezweckt hat, weiß ich nicht, doch wie immer lasse ich alles, was er schrieb, unangetastet. :-)


Inhalt






September

Oktober


November - Nebelung

Abschiedsgedanken

Blätter sind im Fallen.-
Menschen gedenken allen,
die gegangen sind.-
Im Nebel und im Wind
ist es recht kalt.-
Nacht wird es bald.-
Auch Kinder spüren Ferne
und schauen dabei gerne
hin zu Mond und Sternen…-
und auf ihre Laternen!

Nikolaus S.



Eine Bank in unserer Nähe,
darauf und drum herum Herbstlaub.

Kommentare:

  1. Ich untreue Tomate schreibe auch mal wieder was....

    Das Gedicht gefällt mir und die Bank ebenfalls, ein schönes Beispiel für die Endlichkeit des Lebens und das es trotzdem noch Schönheit gibt. Dadurch ist dein Beitrag traurig, aber trotzdem lebendig, dieser Bogen gefällt mir gut!

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    1. Vielen lieben Dank! :-)

      Und untreue Tomaten sind Alex und ich doch auch, besonders bei Mails. ;-)

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  2. Hallo! :)

    Zu allererst: das Bild! *.* Das sieht nach einem lauschigen Plätzchen aus. :)

    Das Gedicht mag ich wieder sehr. Es ist wirklich einfach, aber gerade das mag ich bei den Gedichten deines Papas generell. Dadurch sind sie lebensnah und für Leute wie mich, die eher weniger Lyrik lesen, auch sehr zugänglich.

    Der letzte Vers nimmt die düstere Stimmung aber ziemlich raus, finde ich. Da ist ein Hoffnungsschimmer, dass es auch in der dunklen Jahreszeit etwas Schönes gibt. Ich finde, diese Botschaft hat er sehr passend platziert.

    Liebe Grüße! <3

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    1. Hallo! :-)

      Ja, die Bank befindet sich auf einem unserer Spazierwege. :-)

      Ich mag das auch sehr, diese Zugänglichkeit und Freiheit von extremer Komplexität. Und das mit dem letzten Vers sehe ich auch so. :-)

      Liebe Grüße zurück und vielen Dank! <3

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