Freitag, 6. Mai 2016

Bindeglied

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Wie die Herdbrücke die Städte Ulm und Neu-Ulm unkompliziert verbindet, haben auch Tick und Romy, die beide auf ihre Art von der Gesellschaft ausgestoßen sind, ein Bindeglied zur Restwelt, mit der sie ansonsten nicht besonders viel zu tun hätten.

Inzwischen habe ich ja bereits mehrmals erwähnt, dass es in »Frei wie verkrüppelte Tauben« neben den beiden noch einen dritten Hauptcharakter gibt. Dieser ist so unvermittelt in Ticks und Romys Leben gehüpft, dass es kein Entkommen gab – und das ist durchaus wörtlich gemeint. Ihr dachtet, Suey aus »Codewort: Puls« wäre mitunter anstrengend? Der erst zwölfjährige Silas aus »Frei wie verkrüppelte Tauben« lässt Suey wirken wie einen Mönch, der ein Schweigegelübde abgelegt hat.

Ansonsten bediene ich mich jetzt mal eines leicht abgewandelten Klischee-Satzes: Man kann Silas durchaus beschreiben, aber cooler ist es, wenn man ihn erlebt. Darum gibt es hier jetzt erst mal nur eine Zeichnung von ihm – denn mit etwas Glück sind Tick, Romy und Silas morgen ohnehin schon bei den Buch-Vorbestellern, ansonsten spätestens Anfang nächster Woche.

Im Anschluss gibt es dann noch die allerletzte Station unserer sentimentalen Reise, gesplittet in zwei Plätze – einmal den Ulmer Münsterplatz, wo die drei gern zusammen rumhängen, und einmal den Petrusplatz in Neu-Ulm. Silas lebt als einziger der Hauptcharaktere nämlich in Neu-Ulm, und auch Georg und mich verschlägt es noch heute regelmäßig dorthin, vorrangig, wenn wir dort Arzttermine haben.

»Hallo, ich bin Silas. Ich find das gut, dieses Beschreiben von Bildern, damit Blinde und Sehbehinderte auch was sehen. Also, denken. Also, sich vorstellen, wie es aussieht. Also, mein Gesicht ist ziemlich blass, aber das ändert sich jetzt dann bald, wenn man länger am Stück draußen sein kann. Meine Augen sind hellbraun und meine Haare dunkelblond, sie gehen so ungefähr bis zum Kinn, aber bald muss ich sie wieder nachschneiden lassen. Ich nehme immer einen Föhn mit, wenn ich irgendwo hingehe, falls ich sie mal nachstylen muss, aber heute musste ich das noch nicht. Ich hab eine ziemlich auffällige, dunkelblaue Brille. Tick nennt sie Nerdbrille, aber das ist Blödsinn, ich meine, er weiß doch, wie meine Noten aussehen. Romy sagt, die Brille ist stylish, und nur darauf kommt es bei einer Brille an. Also, und darauf, dass man mit ihr besser sieht. Auf dem Bild hab ich ein mintgrünes Hemd an, aber ich hab natürlich noch viele andere Hemden und Shirts und Pullis und Hoodies in ziemlich vielen verschiedenen bunten Farben. Jetzt wisst ihr, wie ich aussehe, und die Autorin guckt mich schon so ein bisschen genervt an. Vielleicht unterhalten wir uns ja mal, wenn ihr unsere Geschichte lest, das kann die Autorin uns ja nicht verbieten. Bis bald!«

Ähm, das war jetzt … *sucht Worte* … Kommen wir doch jetzt direkt zu den beiden Plätzen:

Wochenmarkt auf dem Ulmer Münsterplatz. Hier haben Georg und ich früher von einem sehr lieben Imker regelmäßig unseren Honig gekauft. Wenn wir es heute an einem Markttag nach Ulm schaffen, tun wir das auch immer noch, und er freut sich immer total, uns wiederzusehen und kann sich nach all den Jahren immer noch gut an uns erinnern, obwohl manchmal ziemlich lange Zeitabstände zwischen unseren Besuchen liegen und auf dem Markt jedes Mal die Hölle los ist.

Das Ulmer Münster.

Wochenmarkt auf dem Neu-Ulmer Petrusplatz. Hier kauft Silas mit seiner Familie regelmäßig ein, und in einer Eisdiele in unmittelbarer Nähe hat er in »Frei wie verkrüppelte Tauben« eines Tages … Das verrate ich noch nicht. :D

Auf dieser Kinderwippe auf dem Petrusplatz sind Georg und ich zu Beginn unserer Ausbildung jedes Mal zusammen gewippt, wenn wir zufällig dort waren. Ja, im Ernst. :D Das fühlt sich für uns heute total surreal an.

Und das war sie schon, unsere sentimentale Reise. Wir haben nun alle für »Frei wie verkrüppelte Tauben« wichtigen Plätze besucht, zu denen Georg und ich auch selbst einen Bezug haben, und hoffen, der kleine Einblick in unser persönliches Ulm hat euch gefallen. ♥

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