Montag, 30. November 2015

Neue Self-Publishing-Erfahrungen

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Und weiter geht’s mit ein paar gesammelten Erfahrungen im Bereich Self-Publishing und dem allgemeinen Veröffentlichen. Nach wie vor, das ganz zu Anfang, finde ich besonders im Self-Publishing-Bereich alles wahnsinnig interessant, obwohl auch da nicht alles optimal läuft. Kann es ja aber auch gar nicht ohne Erfahrung; darum mache ich das ja – um rauszufinden, ob es mir insgesamt liegt, und um zu lernen.

Die schönen Nachrichten zuerst: Die Printversion von Sein Artist ist fertig und kann bestellt werden; meine eigenen Exemplare wurden am Samstag verschickt und müssten daher diese Woche noch bei mir ankommen. Dann kann ich Fotos davon machen und euch hier zeigen, sodass jene, die überlegen, sich das Buch zu kaufen, ein Bild davon bekommen, ob ihnen das Ergebnis den Preis von 6,99 € wert ist. Auf Amazon ist das Buch derzeit offenbar nicht verfügbar (war es aber zu Anfang mal laut Anzeige), über den sonstigen Buchhandel scheint das Bestellen aber kein Problem zu sein, auch wenn die Lieferung etwas dauert – ich habe als Distributor für die Printversion Books on Demand gewählt, was bedeutet, dass die Bücher in der Regel erst bei Bestellung gedruckt werden. Bei anderen BoD-Autoren werden aber auf Amazon verfügbare Exemplare angezeigt und bei mir anfangs ja auch; da weiß ich noch nicht recht, wie das läuft – Georg hat nun mal aus Neugier ein Exemplar via Amazon geordert, damit wir überprüfen können, wie lange es dort von der Bestellung bis zum Erhalt wirklich dauert.

Außerdem schön: Auch die Kindergeschichte Die Einhornrakete (Verlag in Farbe und Bunt) ist nun endlich als Printversion erhältlich. Alles in allem bereue ich die Verlagsveröffentlichungen aufgrund des ganzen Drumherum-Chaos zwar inzwischen, aber das Büchlein ist wirklich hübsch geworden und ich freue mich auf die zwei Folgegeschichten, die es derzeit zumindest schon jeweils als E-Book gibt.

So, und zum Schluss die kleinen Lektionen, die ich als Indie-Anfänger bislang gelernt habe. Vielleicht helfen sie ja jemandem weiter, der ähnliche Pläne hat. Und zwar hatte ich ja bereits geschrieben, dass das von neobooks automatisch generierte E-Book (Sein Artist) alles andere als professionell aussieht. Übermäßig gestört hat mich das nie, ich fand es halt schade, der Inhalt ist mir aber grundsätzlich weit wichtiger als die Optik. Nun aber, wo ich mir von Ka & Jott ohnehin schon die Printversion des Buches setzen ließ, dachte ich mir: Komm, lass sie das E-Book gleich auch mit setzen, du kannst es dir grad leisten und dann sieht das Ding ordentlich aus.

Das von Ka & Jott gesetzte E-Book sieht auch tatsächlich gut aus, wirklich schön – aber zuerst wurden auf neobooks die Formatierungen nicht übernommen, und dann, als das Problem gelöst war, wurde das E-Book nicht in dieser Version an den Handel übermittelt. Nach einigem Nachbohren habe ich heute nun endlich erfahren, warum: Laut Handel ist die Schriftart/die Verschlüsselung fehlerhaft/nicht zugelassen. Gemessen daran, dass das E-Book auf meinem und Georgs Reader fehlerfrei funktioniert und daran, dass Ka & Jott nicht ausschließlich Dienstleister sind, sondern inzwischen sogar einen eigenen Verlag haben, kommt mir die Aussage aber sehr seltsam vor.

Ich habe nach wie vor keine Ahnung, was nun ganz konkret das Problem ist, die Infos waren sehr schwammig, aber dafür weiß ich etwas anderes: Mit neobooks ist es ein bisschen wie mit unserer Krankenkasse: Solange ausschließlich Standardprobleme auftreten, läuft alles super; das Team ist sehr nett und meldet sich in der Regel schnell und zuverlässig auf Fragen aller Art zurück. Sobald aber speziellere Probleme entstehen, die nicht durch Standardhandlungen gelöst werden können, ist der Kunde relativ allein damit, weil das Team auch nicht weiß, was nun ganz konkret geändert werden müsste, damit das Ergebnis hundertprozentig sicher korrekt ist. Natürlich könnte ich mir das E-Book nun auf gut Glück noch mal setzen lassen, aber irgendwann reicht es halt mit dem Aufwand, finde ich. Es war einfach ein misslungener Teil des Experiments.

Eine weitere Möglichkeit wäre noch, bei neobooks zu kündigen und auch das E-Book von BoD vertreiben zu lassen, und darüber habe ich auch eine Weile nachgedacht, aber das würde Chaos verursachen, das ich im Augenblick nicht zusätzlich noch gebrauchen kann. Meine Haupttätigkeit ist nun mal nicht das Schreiben und das ganze momentane Drumherum, sondern häusliche Pflege und gesundheitliche Organisation. Bei Codewort: Puls werde ich es aber im nächsten Jahr mit dem BoD-Gesamtpaket versuchen. Dann berichte ich euch, ob dieser Weg insgesamt lohnender ist oder ob sich da ebenfalls Probleme ergeben; das kann ich ja im Vorfeld noch gar nicht wissen.

Mein vorläufiges Fazit: neobooks ist wirklich toll für absolute Anfänger und Autoren, denen die optische Gestaltung ihres E-Books nicht vordergründig wichtig ist. Auch Autoren, die selber in Bezug auf den Satz fit sind und gegebenenfalls so lange experimentieren können, bis alles passt, sind dort bestimmt gut aufgehoben. Falls aber jemand eine totale Technik-Null ist und zugleich Wert auf professionell aussehenden Satz legt, ist der Distributor eher mit Vorsicht zu genießen. Ich selber finde es nun nicht ernsthaft schlimm, dass das nicht geklappt hat – es ärgert mich natürlich, aber zugleich war mir auch von Anfang an klar, dass ich mich im Rahmen dieses Experiments auch mal ärgern würde und manches auch womöglich nicht funktioniert. Ich habe nun ja schon oft erzählt, dass das Ganze für mich wirklich Experimentiercharakter hat, und dazu zählen halt auch Fehlversuche. Wer sich allerdings viel von dem E-Book verspricht, sollte genau planen und sich vorab überlegen, an wen er sich wendet, wenn gravierende Probleme auftreten.

Soweit mal meine neuen Self-Publishing-Erfahrungen. :)

Kommentare:

  1. Und noch mal huhu. *g*

    Die Einhornrakete habe ich ja nun auch. *.* Dankeschön noch mal dafür! <3

    Ärgerlich, dass es mit neobooks auch so sein Gehuddel gegeben hat. Wie haben sie denn auf den Wechsel zum Verlag reagiert?

    Ich muss ja sagen, dass ich für das ganze Hin und Her, dass es bis jetzt gegeben hat, keinen Kopf hätte. o.o Insofern finde ich es bewundernswert, dass du immer noch nicht das Handtuch geschmissen hast, obwohl es so stressig ist. Und irgendwie sind solche Berichte immer mehr die Bestätigung, dass Veröffentlichen nichts für mich wäre. Ich müsste SO VIEL Geld da reinstecken (Cover und Lektorat *hust), das ich im Lebtag nicht mehr rausbekommen würde, da würde sich das einfach nicht lohnen für mich. Und dann noch der Ärger dabei? Neee ... ich denke immer mal wieder darüber nach, aber bisher sehe ich einfach keine Vorteile.

    Liebe Grüße. <3
    Jade

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    1. Huhu! *gg*

      Sehr gerne! <3

      Ganz normal und freundlich, da gab es keine Probleme. :) Wie gesagt, das neobooks-Team ist echt total nett - aber bei tiefergreifenden Fragen und Schwierigkeiten halt leider selbst überfragt, zumindest war es bei mir so.

      Sooo schlimm find ich es eigentlich gar nicht - was mich belastet, ist eher, wie viel Zeit das Ganze frisst. Das sind Unannehmlichkeiten, mit denen sich Verlagsautoren einfach nicht rumschlagen müssen, weil es dafür dort Fachleute gibt - ABER, auch das muss ich klar sagen, mich stresst die Situation jetzt nicht halb so sehr wie das Verlags-Chaos, das ich in diesem Jahr ja auch schon hatte. Weil ich nicht so machtlos bin, weil ich aktiv etwas gegen Schwierigkeiten unternehmen kann.

      Der Vorteil für mich ist ganz klar: Ich habe meine eigenen Sachen letztlich in schöner Qualität bei mir und kann sie aufheben, dazu können alle, die sie haben möchten, sie ebenfalls erwerben, auch wenn es einiges an Problemen gab bis jetzt. Ein Lektorat habe ich mir nur für den Artisten geleistet; nachdem ich jetzt innerhalb von zwei voneinander unabhängigen Lektoraten gehört habe, dass meine Texte so gut wie fehlerfrei sind, traue ich mir Puls z.B. nach eingehender mehrfacher Korrektur auch ohne zu. Hm, und das Cover - so gut, wie du in Poolys integriert bist, müsste sich da doch jemand finden, der das für einen sehr kleinen Preis macht, oder sogar gratis, wie Juls z.B. für Laura. :) Fragen kostet nichts. :)

      Aber ich verstehe auch gut, wenn du es lieber nicht magst - ein Für-immer-Ding ist es für mich auch nicht, so viel Zeit und Energie habe ich einfach nicht. Aber gerade Puls ist es mir wert - und vereinzelte andere Projekte stünden zumindest theoretisch zur Verfügung und sind der Nase nach angedacht, je nachdem, ob noch Kraft und Saft da ist. :D

      <3

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    2. <3

      Wenigstens gab das kein Gehuddel. Alles andere wäre auch unprofessionell gewesen.

      Solange es für dich unterm Strich immer noch in Ordnung ist und du dich besser als mit dem Verlag fühlst, passt es. Und wie du selbst ja auch schon gesagt hast, es besteht ja keinerlei Zwang, es bei weiteren Büchern zu versuchen, wenn es wirklich irgendwann zu stressig wird.

      Ich weiß, du hast aus dem Lektorat richtig viel auch für weitere Schreibsachen mitgenommen. Das ist echt super und bestätigt dich ja auch selbst noch mal in deinem Können. :)

      Puuuh. Da krieg ich mich irgendwie nicht zu durchgerungen, weil ich das Gefühl habe, mich nicht revanchieren zu können. Ich kann weder mit Graphiken und co dienen, noch wäre ich gut genug als Betaleser, um mich auf die Art zu bedanken, weil ich dafür einfach zu wenig schreibe. Testlesen und ein paar Anmerkungen machen ist eine Sache, als komplett ausführlicher Beta zu fungieren hingegen würde ich mir nicht zutrauen. Und somit fühlt sich das einfach komisch an, um Hilfe zu bitten, wenn ich eben nichts dafür geben kann, egal, ob ich das nun müsste oder nicht, ich würde es wollen.

      <3

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    3. Das lief echt alles ganz problemlos, zum Glück. :)

      Genau. Also, ich weiß bzw. vermute jetzt schon, dass das kein absolutes Für-immer-und-immer-Ding für mich sein wird - aber besser als beim Verlagserstling fühle ich mich bislang auf jeden Fall, Puls wird definitiv noch durchgezogen, und bei künftigen Werken schau ich einfach, wie viel Lust und Kraft da ist. :)

      Hmm, das Gefühl kenne ich. Das Einzige, was ich anderen anbieten könnte, wäre ein Korrektorat, darin bin ich scheinbar echt gut - aber um so etwas Umfangreiches auch für andere zu machen, fehlt mir einfach die Zeit und Energie. Da stoße ich dann echt an die Grenze, an der ich mich mit meinen eigenen Sachen ohnehin schon immer bewege, weil Schreiben halt nun mal nicht das Wichtigste in meinem Leben ist und sein darf. Daher verstehe ich das schon gut. Was ich mir als Kompromiss vorstellen könnte, wäre aber vielleicht eine kleine finanzielle Entschädigung oder einfach mal ein süßes Care-Paket oder so als Dankeschön zuschicken - in einem Kreis, in dem man sich einigermaßen gut kennt, würde ich mich das zumindest schon trauen, denk ich, und dann macht es die betreffende Person nicht völlig umsonst. :)

      <3

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    4. Das ist super. :)

      Gute Vorgehensweise und Einstellung zu dem Thema. :)

      Dafür, dass es nicht die Hauptsache ist, kriegst du aber total viel geschafft, finde ich. Nicht nur das Schreiben an sich, sondern eben auch das Durchkorrigieren und alles. :)

      Stimmt, so ein Care-Paket oder so wäre auch eine Idee. Außer Geld wäre mir bisher nichts Brauchbares eingefallen. *hust* Aber ja. Erst mal gucken, ob das überhaupt je relevant wird. Ist nur ein bisschen nervig, dass mir das immer wieder in den Sinn kommt, seit ich von verschiedenen Leuten gehört habe, dass ich's doch mal probieren soll mit Veröffentlichen. *g* Sonst wäre das vermutlich nie Thema geworden. ^^

      <3

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    5. Jap. :)

      Denke ich auch, alles andere macht einen bloß fertig. :)

      Das schon, ja - aber ich beschränke mich halt auch und habe neben dem Schreiben kein einziges echtes anderes Hobby. Also, ich lese, zeichne und fotografiere auch gern, aber gemessen am Schreiben mach ich da wirklich nicht viel. Für mehr als ein richtig großes Hobby hab ich einfach keine Zeit, und deshalb weiß ich auch, dass ich niemals wirklich ernsthaft für andere korrigieren könnte oder so.

      Dann würd ich dir raten, einfach abzuwarten, was die Zeit so bringt und wozu du Lust hast. <3 Ein Veröffentlichen nur um des Veröffentlichens willen wäre ja Quatsch, und etwas drucken lassen kann man ja z.B. auch einfach so. :)

      <3

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