Samstag, 28. November 2015

Mord und Schöpfung

GD

Heute gibt es erneut eine Buchempfehlung von mir, die, finde ich, alles in allem sehr gut in die Vorweihnachtszeit passt: Treffpunkt Tatort (3 x 7 Zusagen des Glaubens) von Maurus Runge, dessen Twitter-Account ich noch aus meiner aktiven Zeit dort kenne. Über diesen Account ist Alex auf das Buch aufmerksam geworden, und da wir beide sowohl kleine Tatort-Junkies als auch gläubig sind, haben wir es uns in diesem Herbst endlich bestellt.

Mit 116 Seiten ist das Buch zwar nicht übermäßig umfangreich, weshalb ich zuerst über den Preis von 13,90 € staunte (Alex: »Schwabe!«), es ist allerdings sehr angenehm aufbereitet, hat eine tolle Haptik und enthält zahlreiche schöne Fotografien. Zuerst gibt es daher ein paar Bilder vom Buch, die ich leider etwas verwackelt habe, aber man erkennt trotzdem alles und kann einen ersten optischen Eindruck gewinnen:

Das Buch kuschelt mit meinem Jurij-Lesezeichen.

Seite 113 – Bild: kobold789, pixelio

Seite 79 – Wie könnte ich diesem Kapiteltitel widerstehen?

Nun zum Inhalt:
Der Klappentext: Am Sonntagabend wird im deutschen Fernsehen gemordet nach allen Regeln der Kunst. Ist das nun das richtige Umfeld für ein Glaubensbuch aus der Feder eines Mönches? Aber ja! Denn im „Tatort“ geht es um Leben und Tod, um Gerechtigkeit und Rache, um Liebe und andere Tragödien und vor allem um den Sieg des Guten über das Böse. Es geht also um die großen Themen des Lebens und damit auch um Themen der Bibel und des christlichen Glaubens. Außerdem ist der „Tatort“ ein sonntägliches Ritual, eine Art Fernseh-Hochamt, zu dem sich Millionen versammeln, sich über Twitter oder SMS miteinander verbinden und gemeinsam auf Mörderjagd gehen. Pater Maurus Runge ist einer von ihnen. In diesem Buch greift er einzelne Kommissare, Folgen und Aspekte des mörderischen Geschehens auf und erzählt, was daran Mut fürs Leben machen kann. So wird zum Beispiel aus seiner Sicht eine Pommesbude am Rhein zum Sinnbild für die gute Schöpfung.

Das Buch hat mich mehrfach zum Nachdenken angeregt und mich sogar in meinem eigenen Glauben bekräftigt. Die vielen zwischenmenschlichen Motive, die im Tatort zu finden sind, spiegeln in vielerlei Hinsicht auch die Themen des christlichen Glaubens wider, darum geht es vor allem in diesem Buch. Maurus Runge geht dabei häufig auf persönliche Eigenschaften der Ermittler sowie deren Spleens und Eigenheiten ein, sodass ich denke, dass auch glaubensferne Tatort-Fans sich gut von der Lektüre unterhalten lassen können, wenn sie dem christlichen Glauben nicht komplett ablehnend/feindselig gegenüberstehen. Weiterführend werden die Rituale des Tatorts gewürdigt, zum Beispiel eine gewisse Frittenbude am Rheinufer, die oft Raum zur Reflexion bietet. Mir als Seit-Jahren-fast-jeden-Tatort-Gucker hat das Lesen daher großen Spaß gemacht.

Besonders gut hat mir das letzte Kapitel gefallen, welches sich mit dem Thema Ende beschäftigt, sowohl in den Tatorten wie auch aus gläubiger und persönlicher Sicht. Die menschliche Natur kommt nie zu kurz in diesem Buch. Eine gelungene Kombination aus Tatort-Fakten und christlich geprägter Lebensbetrachtung. Gerne gelesen!

So, und diese kleine Rezension werde ich auch gleich auf Amazon stellen, falls ich mit dem Rezi-System dort klarkommen sollte. :D (Und sollte jemand sich berufen fühlen, darüber zu meckern, dass ich beim pöhsen Amazon bestelle: Ich habe in unseren beiden lokalen Buchhandlungen schon mehrfach erfolglos um die Anbringung einer Rampe gebeten, und mir irgendwo anders noch einen Account zu erstellen, sehe ich nicht ein. Wenn der lokale Buchhandel keine behinderten Kunden benötigt, soll es eben so sein. ;-))

Kommentare:

  1. Huhu! <3

    Das SGBAS-Lesezeichen ist mir gleich aufgefallen! :D *.*

    Ich selbst bin kein großer Tatort-Schauer, ich glaube, vor zig Jahren hab ich mal die eine oder andere Folge mitgeschaut, aber außer oberflächlichem Wissen, um was für eine Reihe es sich handelt, hab ich nicht viel vorzuweisen. *g*

    Dieses Büchlein klingt aber durchaus interessant, wenn man in der Materie drinnen ist. Und das Bild im Buch spricht mich sehr an.

    Ich habe ja bei euren Tatort-Tweets öfter schon mal überlegt, ob ich mir nicht mal die eine oder andere Folge anschauen soll, die sollen teilweise ja richtig gut sein. Aber ich hadere immer so damit, mit neuen "Serien-Formaten" anzufangen. Bauen die Tatort-Folgen aufeinander auf oder kann man alle komplett unabhängig voneinander anschauen?

    Dankeschön für die Rezension, du weißt ja, ich freu mich immer, was von dir hier zu lesen. ;)

    Liebe Grüße. <3
    Jade

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    1. Huhu! <3

      Jaa, das will schließlich benutzt werden! :D

      Alles in allem kann man die Tatorte schon unabhängig voneinander anschauen, es gibt aber auch welche, die aufeinander aufbauen. Richtige Mehrteiler-Fälle sind aber die wenigsten. Unser liebster Tatort-Ermittler ist Faber aus Dortmund, und da ist es schon so, dass die Fälle immer ein wenig zusammehängen bzw. man die Leute einfach besser versteht, wenn man alle Fälle kennt:

      http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/kommissare/team-dortmund-faber-boenisch-dalay-kossik100.html

      Ich glaube, von denen gibt es aber auch erst sieben Fälle, sodass die sich zum Mal-Reinschauen und Bei-Gefallen-alle-Schauen eigentlich gut eignen würden. :-)

      Falls du jedenfalls je zum Tatort-Gucker werden solltest, kann ich das Buch wirklich empfehlen. :-)

      Liebe Grüße zurück! <3

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    2. <3

      Natürlich! Zum in der Schublade liegen lassen wäre es auch viel zu schade! ;)

      Danke für die Empfehlung, wenn ich mal einsteigen möchte, werde ich mir die merken. :)

      Liebe Grüße! <3

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