Donnerstag, 12. November 2015

Goldene Schwester, goldener Junge und mehr

Blogideekasten-Thema 108: Eure liebsten Bücher und warum

GD

Ein Lieblingsbuch im klassischen Sinne habe ich bislang gar nicht, also keines, das ich speziell über alle anderen Bücher erhebe, die ich mag. Von den bisher veröffentlichten Büchern kann ich am ehesten Alex’ Schwester golden, Bruder aus Stein als Lieblingsbuch bezeichnen, welches ich in der Entstehungsphase ja noch auf klassische Weise betagelesen habe, und auch das aktuelle Sein Artist. Ich sage oft, auch wenn ich Alex nie persönlich getroffen hätte, aber über ihre Geschichten gestolpert wäre, wäre sie meine liebste Autorin, weil ich es in anderen Büchern selten erlebe, dass jemand mit so viel Konsequenz Menschentypen in Geschichten einbaut, die sonst, wenn überhaupt, nur als unbedeutende Randfiguren ihr Dasein in Büchern fristen.

Ansonsten mag ich an Büchern z.B. Der Schwarm von Frank Schätzing sehr gern, das dieses Jahr von mir hier empfohlene Drohnenland von Tom Hillenbrand, So finster die Nacht von John Ajvide Lindqvist – allgemein Bücher, die sich etwas vom Gewohnten wegbewegen.

Ich lese an sich auch gern Jugendbücher, wie es SGBAS eines ist, aber gerade da gestaltet sich die Suche nach neuem Lesestoff zunehmend schwierig, da sich der deutsche Buchmarkt im Großen und Ganzen immer wieder mit denselben Themen beschäftigt. Wenn Sachverhalte gestreift werden, die von der Norm abweichen, passiert dies in den meisten Fällen nur am Rande und ist nicht in Gänze beleuchtet. Ich wurde auf der Suche nach imposanter Lektüre abseits des Mainstreams kürzlich aber ganz zufällig doch mal wieder fündig.

Es kann sich lohnen, den Blick über das Einheitsgrau zu heben. Bereits im Jahr 2013 ist im Londoner Verlag Weidenfeld & Nicolson ein lesenswerter, gut durchdachter, teils sozialkritischer und dabei doch auch unterhaltsamer Roman erschienen: Golden Boy von Abigail Tarttelin.

Leider scheint den deutschen Verlagen das Thema des Buches zu heikel zu sein, denn ich konnte keine Übersetzung des Romans finden. Also habe ich das Buch auf Englisch gelesen, und jetzt bin ich so begeistert davon, dass ich schon überlegt habe, selbst eine Übersetzung anzufertigen. Wann immer ich mit dieser auch fertig wäre …

In jedem Fall möchte ich das Buch hier gerne empfehlen, denn wenn es auch nicht im klassischen Sinne ein Lieblingsbuch für mich ist, das ich wieder und wieder lesen werde, hat es mich doch sehr beeindruckt und berührt.

Der Text ist perspektivisch erzählt, wobei sich nahezu jedes Kapitel einer anderen Perspektive widmet. Zunächst wären da der Blickwinkel des Hauptcharakters, Max Walker, und der seiner Eltern. Dann gibt es noch die Perspektiven von Daniel, seinem Bruder, einer Ärztin und einer Schulfreundin namens Sylvie Clark. Max’ Vater kandidiert für das Parlament, weswegen seinen Wahlkampfhelfern Lawrence und Debbie ebenfalls eine Perspektivrolle vergönnt ist.

Um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: Max gleicht äußerlich einem Jungen, doch besitzt er sowohl männliche als auch weibliche Genitalien. Er ist also intersexuell, noch dazu ein so genannter »echter Hermaphrodit«. Er hat sowohl einen Eierstock und eine Vagina als auch einen kleinen Penis. Den zweiten Eierstock hat man bereits entfernt, da er als so genannte »Zwitterdrüse« mit seinen Hoden verwachsen war. Max erfährt, dass entgegen dem, was er gedacht hatte, seine Mutter ihn nach der Geburt operativ dem männlichen Geschlecht zuordnen lassen wollte, und er auf Drängen seines Vaters diese Entscheidung behalten durfte, ob überhaupt eine Zuordnung, und wenn ja, zu welchem Geschlecht, vorgenommen werden soll.

Um noch einen draufzusetzen: Max wird sexuell genötigt, vergewaltigt und infolgedessen geschwängert. Das Buch beschäftigt sich damit, wie er diese Situation zu bewältigen versucht, wie seine Familie damit umgeht, wie sprachlos machend unsensibel manche Mediziner den Fall handhaben und wie Max sich in all diesen Wirren zum ersten Mal heftig verliebt.

Ein wirklich lesenswertes Buch, das nun zumindest eines meiner liebsten Jugendbücher ist, weil es sich etwas traut und dabei dennoch nicht einfach bloß schockieren oder erklären will, wie es Bücher, die sich um heikle Themen drehen, leider oft tun.

Zum Schluss sei noch verraten: Sobald Alex’ Codewort Puls erschienen ist, wird das mein Lieblingsbuch sein, da ich zu diesem Werk einen sehr innigen Bezug habe. ♥ Bis dahin müssen die genannten Werke als Lieblingsbuch-Ersatz genügen, aber das sind ja nun doch einige geworden.

Kommentare:

  1. Aaawwwwwwwwwww, der Schwaaaaaarm *____*
    Ich LIEBE das Buch, hab es auch schon zweimal gelesen, und wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich es gern noch mal lesen!

    Und woah, das Buch o.o Das würd mich giga interessieren o.o Hast du es als Print? Wenn ja, würde ich es voll gern ausleihen o.o <3

    Und ich glaube, ich sollte mal meinen Beitrag zu ende schreiben, der seit Sonntag vor einer Woche halb fertig rumgammelt XD

    <3 <3 <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich auch, aber schaffe ich von der Länge her nicht mehr - ich habe es jetzt als Hörbuch, aber irgendwie immer noch nicht geschafft, es mal komplett anzuhören. :/

      Ja, sogar Hardcover. Kriegst du! <3 Alex will es auch irgendwann lesen, aber sie sagt, bis sie alles gelesen hat, was sie noch hat, bist du bestimmt fertig. :D

      <3 <3 <3

      Löschen
    2. Meeh o.o Aber Hörbuch ist auch gut o.o
      Ich hab das Gebundene von meinem Vater bekommen o.o

      Aaawwwwww, cool, daaanke <3
      Wobei ich auch nicht weiß, wie ich neben meinen anderen gelesenen Büchern dazu komme XD

      <3

      Löschen
    3. Irgendwie kriegen wir es auf jeden Fall bestimmt hin. XD <3

      Löschen
  2. Guten Morgen! :)

    "Der Schwarm" habe ich auch vor Jahren gelesen und war damals ziemlich begeistert.

    Dass ich deinen Lesespaß an Alex' Geschichten gut nachvollziehen kann, überrascht jetzt vermutlich auch nicht. *g*

    Das vorgestellte Buch klingt wirklich nicht schlecht und wie du es beschreibst, scheint es sich auch wirklich mit den Problemen auseinander zu setzen und nicht nur aufgrund von Effekthascherei ein schwieriges Thema zu behandeln.
    Schade, dass es davon keine Übersetzung gibt, damit ist es bei mir raus, obwohl es mich thematisch durchaus interessieren würde. Wenn du also doch mal eine anfertigen willst ... ;)

    Liebe Grüße. <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo! :-)

      Dann sind wir jetzt ja schon drei Schwarm-Schwärmer. :D

      Das glaub ich. *gg*

      Echt, nur wegen der Sprache? Es ist an sich kein sehr komplex formuliertes Buch, mit einem Wörterbuch habe ich das locker geschafft. :-) Aber ich denke weiterhin über die Übersetzung nach ... ;-)

      Liebe Grüße zurück! <3

      Löschen
    2. Und noch eine Antwort, die mir durch die Lappen gegangen ist. Ich glaube, da hatte ich die Malibenachrichtigung noch nicht. *hust* :D Ihr postet zu viel. :P <3

      Hm, ich müsste VIEL nachgucken und dann hätte ich wohl keinen Lesespaß mehr. Schade ist das natürlich, finde ich selbst. Aber da fehlt mir die Motivation/Ausdauer für.

      <3

      Löschen
    3. Dabei bloggen wir noch nicht mal sehr regelmäßig im Vergleich zu manch anderem Blogger. :D

      Das ist natürlich verständlich, ich musste zwar auch einiges nachsehen, aber es hielt sich letztlich doch in Grenzen. Ganz vielleicht wird es ja mit der Übersetzung eines Tages was! :-)

      <3

      Löschen