Freitag, 16. Oktober 2015

Von gebrochenen Knochen und ersten Self-Publisher-Erfahrungen

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Der Beginn dieses Tages hat sich angefühlt wie eine Simpsons-Folge. Kurz bevor ich aufwachte, hatte ich einen der merkwürdigsten Träume ever: einen Was-wäre-wenn-Traum, wie er in Serien häufig Anwendung findet – und zwar träumte ich, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich den Mann geheiratet hätte, mit dem ich zusammen war, bis ich mich zum ersten Mal privat (also abseits der Ausbildung) mit Georg getroffen habe. Klingt fies, gell? Aber bis wir dann tatsächlich ein Paar wurden, hat es noch über drei Monate gedauert. Das Einzige, was ich ab diesem Zeitpunkt sicher wusste, war, dass meine damalige Beziehung keine Zukunft hatte.

Trotzdem: Ich träumte also heute Morgen, ich hätte meinen damaligen Partner geheiratet, und von allem, was das so mit sich gebracht hätte. MY, und als ich aufwachte und allmählich feststellte, dass ich ganz normal zu Hause war, wollte ich zur Feier des Tages erst mal ein Bier zum Frühstück trinken – ungefähr eine halbe Minute lang, dann stellte ich nämlich fest, dass der Wecker tot war und ich verschlafen hatte, und Georg hatte heute Morgen einen Arzttermin. Wir mussten uns ziemlich beeilen, um da noch pünktlich hinzukommen, und Frühstück (für gewöhnlich bestehend aus Kaffee, Obst, Nüssen und Brot) fiel komplett aus.

Das Beeilen war besonders deshalb schwierig, weil Georg sich letzten Sonntag an der Hand verletzt hat; genau aus dem Grund mussten wir heute allerdings auch zum Arzt. Er hat sich die Hand eigentlich »nur« heftig am Türrahmen angeschlagen und der Handrücken schwoll recht schnell an, allerdings nur nach oben hin, ohne blaue Färbung und bei voller Beweglichkeit sämtlicher Finger. Wir gingen also davon aus, dass schlimmstenfalls eine Sehne verletzt war und man uns in der Ambulanz sowieso bloß mit einem Voltaren-Rezept wieder wegschicken würde. Voltaren-Salbe hatten wir aber selbst, ebenso Verbandszeug, und wir behandelten die Hand die ganze Woche damit und sie schwoll auch allmählich etwas ab. Bezüglich Sturzgefahr ist es für Georg natürlich extrem blöd, wenn irgendein Körperteil noch zusätzlich nicht so wie sonst funktioniert, aber alles in allem hatten wir echt das Gefühl, dass die Hand besser wird.

Bis gestern. Da schwoll sie nämlich plötzlich wieder an, und zwar nicht nur auf dem Handrücken, sondern auch um sämtliche Fingerknöchel herum. Zusätzlich färbte sie sich blau: auf dem Handrücken, dem Handteller und den einzelnen Fingern. Ähem. Heute Morgen dann also erst mal zum Arzt, danach direkt ins Krankenhaus/die Chirurgie. Wir haben zum Glück auch alles noch pünktlich geschafft.

Endergebnis: Georgs dritter Mittelhandknochen ist gebrochen. Und es ist laut Arzt sogar gut, dass wir nicht gleich sofort in die Ambulanz gekommen sind, weil man das ganz zu Anfang evtl. noch gar nicht so deutlich gesehen hätte. Damit kenne ich mich zwar nicht aus, aber passt ja, wenn es tatsächlich so ist. Nun trägt Georg jedenfalls eine schicke blaue Gipsschiene, kann mit der rechten Hand so ziemlich gar nichts mehr machen und muss in einer, in drei und in fünf Wochen erneut in die Chirurgie zur Kontrolle.

Das ist jetzt extrem ätzend, da wir in den nächsten Wochen viele wichtige Termine haben, und sie abzusagen, bedeutet in der Regel wieder mehrere Monate Wartezeit. Wahrscheinlich ist »Wir schleifen uns da auf Teufel komm raus irgendwie hin« eher das Mittel der Wahl, als die alle abzusagen, aber noch haben wir uns nicht entschieden; wir schauen jetzt erst mal, wie wir in den nächsten Tagen klarkommen. Wenn Georg sich nicht ein bisschen mit festhalten kann, ist das Von-A-nach-B-Kommen halt wirklich blöd; er wiegt fast neunzig Kilo, und ich besitze zwar meist so in etwa das Wesen des Hulks, aber leider nicht seinen Körperbau.

Ein Termin nächste Woche, den wir auf gar keinen Fall absagen können, ist Georgs halbjährliche MRT-Kontrolle, da begegnen uns aber in der Regel keine Hindernisse, die es nötig machen, dass er für länger aus dem Rolli aussteigt oder so. Na ja, wir werden sehen.

Zu Hause machen wir in den nächsten Wochen einfach, was wir sowieso gemacht hätten: Wir überarbeiten momentan Codewort: Puls ein abschließendes Mal. Das sieht so aus, dass ich Georg die einzelnen Kapitel vorlese und wir einfach schauen, ob noch irgendetwas krumm klingt und dergleichen; zudem bearbeite ich den Text im Hinblick auf die Kritikpunkte, auf die Frau Kischkel von Ka & Jott mich im Rahmen des Sein Artist-Lektorats hingewiesen hat. Da ist wirklich viel übertragbar; ganz einfache Sachen im Grunde, die Otto Normalleser vermutlich gar nicht bemerkt, die einen Text aber tatsächlich abrunden. Daher war das Sein Artist-Lektorat für mich Gold wert, auch wenn es mir in Bezug auf Codewort: Puls nun noch einmal Arbeit macht, die ich sonst gar nicht gesehen hätte, und sich meine Planung dadurch nach hinten verlagert.

Was ich mit Codewort: Puls konkret machen werde, wenn der Roman endgültig überarbeitet ist, weiß ich aber nach wie vor nicht. In jedem Fall ist es eine Entscheidung, die ich mit Georg gemeinsam treffen werde, weil er in Puls sehr viel mehr involviert ist als in Sein Artist – und er mir zudem für diese Geschichte erneut ein Gedicht von sich geschenkt hat. Lustigerweise eines, das zuerst für eine meiner anderen Geschichten gedacht war – aber als ich es wieder und wieder las, fand ich mit jedem Mal mehr, dass dies das ultimativ perfekte Gedicht für Douglas ist. Es PASST einfach zu ihm, zu seiner ganzen Persönlichkeit und zu seinen Erlebnissen. Daraufhin hat Georg das Gedicht noch mal ein bisschen bearbeitet, um es noch treffender zu machen, und nun ist dieses Gedicht mein Puls-Gedicht. ♥

Es ist gut möglich, dass ich auch Codewort: Puls independent via neobooks veröffentliche. Mein bisheriges Resümee bezüglich Sein Artist fällt insgesamt ganz in Ordnung aus. Bislang weiß ich zwar nicht wirklich, ob die Geschichte den Menschen gefallen hat, die sich bei mir gemeldet hatten, aber sie hat sich in nur neun Tagen mehr als halb so oft verkauft wie SGBAS in einem halben Jahr, und ich denke, das kann ich durchaus als positiv verbuchen.

Oh, und beim Thema SGBAS: ICH HAB ENDLICH MEIN HONORAR AUF DEM KONTO! Einen Monat, nachdem ich die Abrechnung bekommen hatte, welche ja auch schon über zwei Monate zu spät kam, aber immerhin, ich habe jetzt beides. Nur die exakten monatlichen Nachweise werde ich leider tatsächlich nicht bekommen. Angerechnet wird mir das Geld künftig deshalb nicht auf mehrere Monate verteilt, sondern als Gesamteinkommen in dem Monat, in dem ich es erhalte, was die Gefahr von Abzügen erhöht. Na ja. Und was sagt Georg, der alte Optimist? »In zweieinhalb Monaten ist es übrigens schon Zeit für die nächste Abrechnung; stell dir schon mal einen Kasten Bier kalt.« Sollte ich wohl. Auch für den Fall, dass ich noch häufiger von der Ehe mit meinem Expartner träume.

In jedem Fall: Die Verkäufe von Sein Artist via neobooks gestalten sich übersichtlich und (gemessen an den Startbedingungen, keine wirkliche Werbung etc.) recht gut, würde ich sagen. Der Artist legt einen wesentlich besseren Start hin als sein golden-steinernes großes Geschwisterchen, auch wenn ich vermute, dass das vorrangig an dem extrem niedrigen Startpreis von 99 Cent liegt. Ich denke, jeder, der mich von irgendwoher kennt, dürfte inzwischen mit einem Exemplar versorgt sein – daher schraube ich den Preis heute mal etwas nach oben. Ursprünglich wollte ich die 99 Cent noch ein paar Wochen stehen lassen, aber ich habe hier auf dem Blog ja versprochen, dass jeder, der mich kennt und Sein Artist haben möchte, das E-Book von mir geschenkt bekommt, und das gilt auch weiterhin. Daher kann ich mir dieses Experiment jetzt durchaus mal erlauben; ich bin einfach neugierig, ob sich das Teil teurer überhaupt noch verkauft.

Huch, und! Eins muss ich euch unbedingt noch zeigen:

Wait for it …

Wait for it …

Wait for it …

Wait for it …

BÄÄM!


Ähm, ja. Schade nur, dass der Artist gar keine Horror-Story ist. Diese Einordnung liegt an dem nicht gänzlich treffenden Genre-Katalog von neobooks, der Übernatürliches und Horror in einen Topf wirft. Aber hey! Prost!

Der einzige (für mich recht erhebliche) Minuspunkt an der ganzen Sache: Das von neobooks automatisch aus einem Word-Dokument generierte E-Book kann optisch mit einer professionell erstellten epup-Datei leider nicht mithalten. Zentrierte Kapiteltitel werden nicht zuverlässig übernommen, der Blocksatz des Haupttextes wird nicht übernommen – das empfinde ich, die ich bezüglich solcher Kleinigkeiten schon pingelig bin, als wirklich schade. Es würde mich persönlich als Leserin nicht von einer guten Geschichte abhalten, wirklich nicht, aber Geld für etwas zu verlangen, das diese optischen Mängel aufweist, kommt mir dennoch seltsam vor.

Andererseits: Ich kann dafür garantieren, dass meine Texte keine nennenswerten Fehler mehr aufweisen, das wurde mir inzwischen in zwei verschiedenen Lektoraten unabhängig voneinander bestätigt. Und das ist aus meiner Sicht einer der größten Mängel von selbstverlegten Werken: viele Bücher, selbst optisch aufwendig und professionell gestaltete, beinhalten noch zahlreiche Rechtschreib- und Kommafehler. Ein professionelles Lektorat kann sich einfach nicht jeder leisten, schon gar nicht mehrfach hintereinander, und die meisten Self-Publisher veröffentlichen halt schon mit dem Ziel, langfristig Bücher zu verkaufen.
 
Ich für mich muss ehrlich zugeben: Ich habe diesbezüglich kein Ziel, nach wie vor nicht. Aber ich habe Texte, von denen ich weiß, dass sie keine Fehlerkolonien in sich beherbergen, und allerletzten Endes ist mir das wichtiger als eine Super-Optik. Formatierungen wie fett, kursiv etc. werden ja zum Glück problemlos übernommen.

Was ich für die Waidbronn-Sachen definitiv nicht mehr möchte, ist die Zusammenarbeit mit einem Verlag, aber darüber habe ich mich ja bereits mehrfach ausgelassen. Auch der Upload in einem Schreibforum kommt für mich in absehbarer Zeit nicht mehr infrage, das ist inzwischen einfach nicht mehr meine Welt. Und da ich, wie kürzlich gebloggt, wirklich irgendetwas mit Codewort: Puls machen möchte, ist neobooks trotz der optischen Mängel erst mal weiterhin im Rennen.

So. Unser heutiges Puls-Kapitel haben Georg und ich schon überarbeitet (wir machen immer bloß eines pro Tag, um wirklich Zeit und Ruhe dafür zu haben und absolut konzentriert zu sein), und jetzt trinken wir Kaffee. Vermutlich vor dem Fernseher, um den Simpsons-Tag perfekt zu machen.

Kommentare:

  1. Wääääh, das ist ja ultra ätzend mit Georgs Hand o.o
    Aber was der Arzt sagt, stimmt voll, anfangs hätte man da wahrscheinlich gar nicht geröntgt und es wäre eh nichts raus gekommen o.o
    Gute Besserung an Georg. Mit den Terminen ist es natürlich mega kacke, wenn ihr viel raus müsst. ._.

    Horror ist ja mal nett für den Artisten XD

    ♡ ♥ ♡ ♥ ♡

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    1. Hwaaah, jetzt hab ich ernsthaft fast eine Woche für die Antwort hier gebraucht. *hust*

      Wahrscheinlich, gell. o.o

      Daaaaanke, das zumindest hab ich letzte Woche schon ausgerichtet! <3 *hust*

      Schon, gell? :D Gut, aber für Julius ... ist ja schon alles sehr horrormäßig. ._. Fans von klassischem Horror dürften trotzdem enttäuscht sein. :/

      <3 <3 <3 <3 <3

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  2. Huhu. <3

    Komischer Traum. *g* Ich hoffe, das wiederholt sich jetzt nicht allzu oft. ^^

    Oh nein, Georg. o.o So eingeschränkt zu sein ist echt doof. Ich hoffe, ihr bekommt die Zeit gut rum! Gute Besserung dir und viel Erfolg für die anstehenden Termine. Verschieben würde ich nur so wenig wie möglich, sonst knubbelt sich das Ende des Jahres vermutlich total.

    Cool, dass das Gedicht jetzt noch perfekter passt und dass es überhaupt so gut mit der Bearbeitung läuft. Die Entscheidung, was du letztendlich mit Puls machst, läuft dir ja auch nicht weg - warum also stressen.

    Schade, dass das Hochladen in Foren gar nicht mehr deine Welt ist. Verstehen kann ich's, aber ich bedauere es trotzdem. <3

    Blöd, dass das umgewandelte Format nicht wirklich schön ausschaut - aber du hast schon recht: Solange die Qualität des Textes gut ist, ist das auf jeden Fall wichtiger.

    Ich hoffe, ihr habt noch einen schönen Tag gehabt! <3

    Liebste Grüße! <3
    Jade

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    1. Huhu! <3

      Ich hoffe es auch. *gg* Also, mein damaliger Partner ist absolut in Ordnung und ich schätze ihn immer noch sehr, aber eine EHE mit ihm ... das wäre zugleich eine Art Ehe mit seiner Familie gewesen, und das wäre dezent anstrengend. *hust*

      Wir haben die Termine jetzt mal alle behalten - ob es sich jetzt knubbelt oder Ende des Jahres, ist zwar eigentlich egal, aber so haben wir es hinter uns. :) Gute Besserung ist ausgerichtet (schon letzte Woche natürlich, ich bin nur hier so langsam *hust*), danke und liebe Grüße von Georg! <3

      Nein, wir stressen uns nicht, keine Sorge. <3

      Ganz, ganz vielleicht poste ich ja eines Tages doch wieder was - was jetzt ist, muss ja in fünf Jahren nicht zwangsläufig immer noch gelten. :)

      Hmm, es ist eigentlich nicht mal hässlich oder so - halt nicht vergleichbar mit einem richtig professionellen E-Book. Aber okay ist es schon. :)

      Uff, wie der Tag dann letztlich war, weiß ich aufgrund meiner Antwort-Lahmheit gar nicht mehr so genau, aber nicht schlimm, glaub ich, sonst wüsste ich es vermutlich doch noch. *gg*

      Liebste Grüße zurück! <3

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    2. Hey! <3

      :D Das wäre dann echt anstrengend geworden. :D
      Tröste dich - ich hab vorletzte Nacht auch von Hochzeit geträumt. :D Das lief ... turbulent ab. :D

      Gute Einstellung - geschafft ist geschafft und ihr müsst euch keinen Kopf mehr machen. Ich drücke die Daumen, dass es keine Probleme beim Erreichen der Termine gibt. Liebe Grüße zurück an Georg! <3

      Stimmt. So eine Entscheidung trifft man nicht für die Ewigkeit. Und selbst wenn, dann ist das eben so. Es gibt ja auch genug andere Wege, in den Genuss deiner Texte zu kommen. ;) <3

      Okay ist ausreichend - finde ich. Solange eben keine Fehler drinnen sind, darauf kommt es mMn an. Wie du selbst schon sagst.

      Nicht schlimm ist gut. *g*

      <3

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    3. Waaaah, auch Hochzeit? Aber hoffentlich doch mit Sven? :D <3

      Danke dir und wieder liebe Grüße zurück (äh)! <3

      Genau. :) <3

      Und das denke ich eben auch - das Gesamtpaket aus Okay-Optik, guter Lesbarkeit und (weitgehend) fehlerfreien Texten passt schon. :)

      <3

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    4. Jep. Und Jep. :D War aber insgesamt ein eher seltsamer Traum. :D Irgendwie hat die Zeremonie eeewig gedauert. :D

      :D Die Grüße fliegen fröhlich umher. :D <3

      Genau das. :)

      <3

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