Sonntag, 6. September 2015

Menschen-Plan-Traum-Chaos

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Blogideekasten-Thema #28: Menschen und ihr Einfluss auf dein Leben


Vorwarnung: Das hier wird ein chaotischer Eintrag. Dabei dachte ich ursprünglich, diesmal hätte ich endlich einen Themenbereich für den Blogideekasten gefunden, der sich schnell und unkompliziert zusammenfassen lässt. Das Thema selbst ist natürlich extrem groß, aber der Teilbereich, über den ich schreiben wollte (und werde, es kommt nur noch was dazu), ist relativ überschaubar.

Und zwar geht es erst mal einfach bloß darum, wieso Georg und ich heute unter unseren Klarnamen im Internet unterwegs sind. Das hatte ich zwar schon mal kurz erklärt, aber es schadet (mir) nicht, mich noch einmal in überschaubarem Umfang damit auseinanderzusetzen.

Ich wollte früher niemals meinen realen Namen im Netz bekanntmachen. Und vor allem wollte ich früher niemals unter meinem realen Namen Geschichten veröffentlichen. Gedichte ja, das habe ich schon öfter gemacht und das ist etwas so unauffällig Winziges, dass das nie ein Problem für mich war. Aber Geschichten oder sonstige längeren Texte – nein. Dass es anders kam, verdanke ich Menschen, die mir online relativ übel mitgespielt haben – ich schreibe »relativ«, weil ich diesbezüglich von noch weit heftigeren Erlebnissen weiß, als die meinen es waren.

Menschen, die mich bezüglich ihrer Identität (ganz oder zum Teil) nach Strich und Faden belogen. Ehemalige Freunde, die mich öffentlich diffamierten. Und die aus diesen Erlebnissen erwachsende Frage: Was, wenn das an fragwürdigem Vergnügen irgendwann nicht mehr ausreicht? Was, wenn sich einer von diesen Menschen irgendwann einen Spaß daraus macht, auch meinen vollständigen Namen ins Netz zu stellen, einfach weil ihnen sonst nichts mehr einfällt? Natürlich hätte ich in so einem Fall dagegen vorgehen können, aber das hätte nichts besser gemacht.

Irgendwann – als Georgs Artikel in der WIR erschien –, haben wir uns dann dafür entschieden, einfach selbst öffentlich zu machen, wie wir heißen. Denn spätestens mit der SGBAS-Veröffentlichung hätte ich mit einem Pseudonym signalisiert, dass ich ausdrücklich nicht möchte, dass irgendwer meinen Klarnamen erfährt – und in diese Abhängigkeit wollte ich mich einfach nicht begeben. Nicht mal vorrangig in Bezug auf Menschen aus der Vergangenheit, sondern in Bezug auf jeden Menschen. Man weiß letztlich nie, was passiert, und es ist wesentlich leichter so. Unkomplizierter. Ich muss nicht mehr nachdenken bezüglich der Namensfrage, und Georg und ich sind beide inzwischen ganz zufrieden damit.

Hier haben Menschen meine Überlegungen und Entscheidungen maßgeblich mitbeeinflusst, und wenn es auch anfangs nicht zum Positiven war, bereue ich es nicht, gemeinsam mit Georg diese Entscheidung getroffen zu haben. War rückblickend betrachtet gut so, ehrlich.

Und ich werde das auch künftig so beibehalten, meinen realen Namen für Veröffentlichungen zu verwenden, es sei denn, ich schreibe mal aus Versehen was After-Mäßiges. Die Gefahr ist aber höchst gering.

So, und jetzt kommt das Chaos. Nein, ihr habt euch nicht verlesen neulich – ich möchte die Waidbronn-Geschichten definitiv nicht mehr verlegen lassen, nachdem im Rahmen von SGBAS einiges nicht so geklappt hat wie vereinbart. Aber ich habe inzwischen gründlich darüber nachgedacht, mir für mich selbst und ohne Erwartungen mal eine andere Art der Veröffentlichung anzuschauen: die des Selfpublishings. Nicht, weil ich unbedingt den Stempel »veröffentlicht« für meine Geschichten brauche – ich ticke da irgendwie anders als viele andere Autoren. Narina hat hier etwas geschrieben, was meine eigene Ansicht wunderbar zusammenfasst.

Was ich aber möchte und was mich reizt, ist der Aspekt, tatsächlich in Eigeninitiative ein Produkt zu entwerfen, von dem ich überzeugt bin – in meinem Rahmen. Und mein Rahmen, das ist auch unabhängig von meinen Erfahrungen mit SGBAS ein ganz anderer als der des Buchmarktes. Mein Rahmen, das sind immer auch fiktive Menschen, die ich fast so sehr liebe wie enge Freunde und für deren Leben ich mich verantwortlich fühle – und gerade für den Waidbronn-Kosmos eignet sich das Selbstverlegen darum einfach perfekt. Das ist eine inzwischen riesige, in sich schlüssige Welt, die mich noch lange begleiten wird (oder umgekehrt) – und da eine Geschichte nach der nächsten als wirklich schön gestaltetes E-Book zu besitzen (!) und anzubieten, während sämtliche Rechte bei mir verbleiben, fände ich toll. Und uff, ja, mir ist das Besitzen der E-Books wichtiger als das Verkaufen, aber ich glaube, mit so speziellen Geschichten, wie es jene aus dem Waidbronn-Kosmos sind, ist das auch eine recht akzeptable Einstellung für den Anfang.

Ich muss ganz offen beichten, dass Selfpublishing in meinem Kopf lange Zeit ein ziemliches Bäh-Image hatte, weil ich mehrfach über Geschichten jenseits von Gut und Böse gestolpert bin und dann erst mal echt bedient war. Geändert hat sich das erst, seit ich vereinzelte Selfpublisher kenne, die Geschichten veröffentlicht haben, für die es in meinen Augen kein anderes Wort gibt als Kunst. Und auch wenn das hier nun wirklich chaotisch und unkoordiniert klingt, habe ich sogar schon recht konkrete, durchdachte Pläne, wie ich vorgehen möchte. Ein Anfang ist bereits gemacht.

Mehr dazu kommt aber im Laufe der nächsten Tage und/oder Wochen. Heute soll nämlich noch ein total abgefreakter Traum Platz in diesem Post finden, den ich letzte Nacht von der lieben Lulu Wedekind hatte – und ich habe ehrlich keine Ahnung, wie mein Gehirn darauf gekommen ist.

Ich träumte, ich hätte einen Blog-Post hier hochgeladen, in welchem ich nach Gleichgesinnten bezüglich des Themas »Mal Selfpublishing ausprobieren« suchte, also erklärte, was ich soeben erklärte, und dann fragte, ob es jemanden gebe, der sich mit ähnlichen Gedanken trägt, ein fertiges oder fast fertiges Projekt hat und mein Selfpublishing-Discovery-Partner (oder so) werden möchte – »also so was Ähnliches wie ein Abnehm-Partner, nur cooler.«

Und in meinem Traum meldete sich Lulu darauf – fragt bitte wirklich nicht, wieso, auf jeden Fall planten wir dann das Ganze, suchten zig Selfpublishing-Anbieter raus, verglichen diese, und während ich erst mal ausschließlich E-Books ausprobieren wollte, entschied Lulu sich von Anfang an auch für eine Druckversion. Das alles zog sich im Traum total lang hin, und schließlich hatte sie nach mehreren Monaten ihren Probedruck bekommen und war, obwohl wir einander noch nie gesehen haben, mit einem Mal bei uns hier in der Wohnung, sodass ich das Buch anschauen konnte. Blöderweise erinnere ich mich nicht mehr daran, wie das Cover aussah, nur daran, dass es wahnsinnig schön war und ich irgendwie zig Fotos von dem Buch machte.

Ähm. An mehr erinnere ich mich nicht, aber im Traum vergingen schließlich mehrere Monate, da kann man ja nicht jedes Detail behalten, vor allem wenn man schon so alt ist wie ich. In jedem Fall finde ich es wahnsinnig schräg und faszinierend, wie auch Menschen, die man gar nicht näher kennt, einen so ausführlichen Weg in die eigenen Träume finden können (egal, wie seltsam diese sind), weshalb ich den Traum nun auch noch mit in diesen Eintrag packen wollte, statt ihn separat zu erzählen.

Und damit war ich in Bezug auf den Blogideekasten doch tatsächlich mal extrem schnell! Über die Qualität dieses Eintrags sprechen wir aber besser nicht.

Kommentare:

  1. Huhu! <3

    Wow, schon wieder so ein langer Beitrag. *draufstürz* Cool. *g*

    Ich finde es nicht verkehrt, von vorneherein keine Angriffsfläche zu bieten, denn der Gedanke wäre ja wirklich naheliegend und auch nicht das erste Mal, dass sowas schon vorgekommen ist. Und dass ihr es nicht bereut, macht das Ganze ja noch besser. :)

    Selfpublishing klingt nach einer interessanten Sache zum Ausprobieren und soweit ich weiß, verliert man dabei ja auch nichts, wenn sich die Bücher nicht verkaufen. Und es gibt inzwischen ja einige, die man zwecks Tipps befragen kann.
    Natürlich ist deine Einstellung akzeptabel! :) Ich finde, der Waidbronn-Kosmos bietet sich an für so ein Projekt und waaah, dann … hab ich ja auch irgendwann alle auf dem Kindle und das finde ich gerade sehr cool. *g*
    Ich freu mich, dass du Selfpublishing nicht mehr mit BÄH verbindest. :) Und ja, es gibt wirklich einige tolle Sachen in dem Bereich. *.*

    Haha, der Traum ist so cool. :D Wie du auf die Idee kommst, ist ja klar. Hm, vielleicht hast du irgendwann mit Lulu getwittert? Das würde erklären, warum ausgerechnet sie dann im Traum auftaucht. :D
    Ich hab jedenfalls auch schon von Twitterleuten geträumt. *lach* Irgendwie scheint das normal zu sein. :D

    Die Qualität des Beitrags finde ich total in Ordnung. ;)

    Noch mal liebste Grüße! <3
    Jade

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  2. Huhu! <3

    Hihi, cool, dass du dich so darüber freust! :D

    So sehen wir das auch, ja. :)

    Ausprobieren werde ich das nun auf jeden Fall - und einfach mal schauen, wie es mir dann gefällt. Verlieren werde ich nichts, das stimmt, es gibt zwar auch kostenpflichtige Anbieter, aber so einen muss man sich ja nicht aussuchen. :'D

    Möglich, ja. :D Auf jeden Fall fand ich den Traum ziemlich cool und schräg. :D

    Liebste Grüße zurück! <3

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  3. @Alex:

    <3

    Ja, ich lese zwischendurch auch immer gerne längere Sachen. Ich mag den Mix hier ja sowieso. ;)

    Ich drücke dir die Daumen, dass du mit dem Versuch, bzw. seinem Ergebnis dann auch zufrieden bist! <3

    Das glaub ich. Solche Träume sind meistens cool. :D

    <3

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  4. @Jade: Zum Versuch: Ich glaub, wirklich unzufrieden kann ich da gar nicht sein, weil ich da dann alles selbst in der Hand habe und es ja jederzeit auch wieder einstellen kann, falls ich es blöd finden sollte. :)

    <3

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  5. @Alex: Das stimmt. Damit bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Und nach all dem Chaos vorher wird das ja auch mal Zeit, da keinen Stress zu haben. Manche Dinge macht man vielleicht wirklich besser selbst.

    <3
    (Es hat jetzt drei Anläufe gebraucht, das Herz zu tippen. :D Ich bin immer auf die 4 gerutscht. :D)

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