Donnerstag, 5. Februar 2015

Drohnenland

GD

Heute gibt es auch von mir mal eine Buchempfehlung. Jaaaa, trotz meines schneckenhaften Lesetempos schaffe ich es regelmäßig, Bücher zu beenden, und dieses hat mir noch dazu extrem gut gefallen:

Cover: © KiWi-Verlag

Drohnenland ist ein brisanter, vielschichtiger Kriminalroman von Tom Hillenbrand, der seiner Zeit im wörtlichen wie im übertragenen Sinne voraus ist. Ein genaues Jahr, in dem die Geschichte spielt, gibt der Autor nicht an; gefühlsmäßig trägt sich die Handlung für mich um etwa 2050 zu.

Viele technische, virtuell innovative und revolutionäre Ideen, die heute zwischen Anfangsstadium und Science-Fiction wandeln, sind in Drohnenland bereits Realität. So muss man beispielsweise den Tatort eines Verbrechens nicht mehr persönlich aufsuchen, sondern kann dies im Rahmen einer virtuellen Tatortspiegelung erledigen, die eine Interaktion erlaubt.

Ein spannender Roman mit leisem Thrill, der ein erschreckend realistisches Szenario kreiert und darüber hinaus bereits widerspiegelt, wohin uns der technische Fortschritt eines Tages führen könnte. Und damit meine ich nicht eines fernen Tages – schon heute füttert der Großteil der technisch gut ausgestatteten Menschen schließlich bereitwillig das Netz mit persönlichen Daten und Informationen; schon heute hört man immer wieder »Ich hab doch nichts zu verbergen«, wenn es um die Datensammel- und Überwachungswut von sozialen Netzwerken, sonstigen Online-Diensten oder von Politikern geht.

Und genau diese Haltung findet sich auch in Drohnenland wieder: Die EU ist ein wahrhaftiger Überwachungsstaat geworden, und niemand findet etwas dabei. Es ist normal, permanent überwacht und beobachtet zu werden; der Großteil der Menschheit empfindet diese Situation weder als voyeuristisch-unangemessen noch als bedrohlich. Im Gegenteil: Die Technik scheint anfänglich ein Verbündeter Westerhuizens zu sein – und wird letztendlich zum exakten Gegenteil.

Sehr zu empfehlen für Krimifans, die einem Schuss dystopischer Science-Fiction nicht abgeneigt sind. Fesselnd geschrieben und durch das futuristische Szenario definitiv mal etwas anderes als die klassischeren Krimivarianten der letzten Jahre – die ich allerdings auch mag.

Besonders gefallen hat mir zudem Westerhuizens lakonisch-humorvoller Tonfall, den der Autor bis zum Schluss durchhält und der es mir, dem Langsamleser deluxe, sehr erleichtert hat, auch nach einigen Tagen Lesepause immer wieder flüssig einzusteigen.

Kommentare:

  1. Ihr seid gemein, immer so gutklingende Bücher zu bloggen, wo ich doch schon nicht dazu komme, mal etwas aus eurer eigenen Feder zu lesen. )c; Aber Papier ist hoffentlich so geduldig wie man sagt, das Drohnenland und das mit dem Außerirdischen klingen sehr interessant.

    Eine dumme Frage zum Schluss: Ist bei euch Sonne, nebel oder beides? ^^

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    1. Das tut uns jetzt aber leid, Zeynep. Nicht. *gg* <3 Freut uns, dass dich die Bücher ansprechen, und weglaufen werden sie bestimmt nicht, ebenso wenig wie unsere Sachen. :)

      Ähm ... ganz kurz hatten wir Sonne, seither trübe Suppe. Aber ihr seid ein Stück unter uns (äh), wenn bei euch noch Sonne ist, brechen wir heulend zusammen. ;__;

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    2. Noin, um diese Zeit auch nicht mehr, am Mittag aber ca zwei Stunden beides gleichzeitig. ^^

      Lg <3

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    3. <3

      (Der Gipfel der Kommunikation. Aber gut, wir unterhalten uns zu zweit manchmal auch bloß via Kussgeräusche, also ... *gg*)

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