Donnerstag, 9. Oktober 2014

Erinnern und lächeln

GA

Wir haben uns heute im Baumarkt einen neuen Mülleimer gekauft. Ja, das sind wirklich bahnbrechende Neuigkeiten – tut uns leid, dass wir damit so herausplatzen, wir hätten euch das eigentlich gern schonender beigebracht.

Ähm! Nein, was wir eigentlich sagen wollten: Wir waren mit dem Rolli da und insgesamt über zwei Stunden unterwegs, und als wir so an den Regalen vorbeischlenderten, mussten wir ganz extrem an die Zeit denken, als wir unsere erste gemeinsame Wohnung eingerichtet haben, besonders beim Anschauen der vielen verschiedenen Lampen. Lampen aussuchen – das war damals so ein bisschen unser Einrichtungshighlight. Mehr noch als das Auswählen der Möbel, das aufgrund unserer begrenzten finanziellen Möglichkeiten eher mit Stress verbunden war.

Nun waren wir schon relativ lange in keinem Baumarkt mehr – und irgendwie wurden wir heute wehmütig aufgrund all der Erinnerungen an damals. An die Vorfreude, an das Alles-neu-Gefühl. Das war so ein total klischeehafter Moment, in dem man merkt, dass man nicht mehr gaaaanz so jung ist und es diese Art von erstem Mal nie wieder geben wird. Und in unserem Fall auch, dass wir vermutlich nie mehr gemeinsam als Fußgänger durch einen Baumarkt gehen werden.

Man sagt, jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne, und für uns war das tatsächlich so. Dass klassische Neuanfänge im Lauf der Zeit immer schwieriger zu bewerkstelligen sind, ist ein merkwürdiges Gefühl. Ein schönes Gefühl ist dagegen, dass wir uns im persönlichen Bereich auch gar keinen Neuanfang wünschen. Wir sind zufrieden mit dem, was wir füreinander und für uns selbst sind. Nicht immer zu einhundert Prozent, aber doch so, dass es ... schön bleibt. Ja, das trifft es am besten. Wir hoffen, das bleibt uns erhalten. Denn so sind Erinnerungen wie die an unsere ersten gemeinsamen Baumarktbesuche immer noch vorrangig etwas, das uns lächeln lässt, statt uns deprimiert nach dieser Zeit zurückzusehnen.

Was uns sonst noch lächeln lässt im Moment:

Gisela!
Gisela ist unsere neue Türsteherin und Georg hat sich auf den ersten Blick in sie verliebt, weshalb wir sie kaufen und in unserem neuen Mülleimer nach Hause transportieren mussten, den Georg wiederum auf dem Schoß hielt. Sieht so aus, als würde sie sich hier wohlfühlen – vielleicht freundet sie sich ja mit Erna an?