Montag, 16. Juni 2014

Bittersüß ist süß genug, Pneumologenbesuch und jede Menge Eis

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Uff, Bittersüß – wo fange ich da an und wo höre ich auf? Bittersüß ist süß genug ist die erste Geschichte in Romanlänge, die ich jemals geschrieben habe. Zudem war es nach Vom fahrenden Volk die zweite Geschichte, die ich je auf FanFiktion.de hochgeladen habe. Von 2010 bis 2011 gab es sie vollständig dort zu lesen, dann habe ich sie, wie schon früher erwähnt (allerdings ohne Titel), zu Überarbeitungszwecken offline genommen.

Die eigentliche Mammutüberarbeitung fand dann jedoch erst 2012 statt, früher bin ich einfach nicht richtig dazu gekommen, und war eine rein stilistische. Die Bezeichnung Mammutüberarbeitungpasst trotzdem, denn geschrieben habe ich Bittersüß von 2003 bis 2010 (ja => Schreibschnecke; nicht alles fluppt so wie LdE), und der Geschichte war stilistisch deutlich anzumerken, dass die ersten Kapitel ... na, eben uralt waren. Mein Stil hatte sich merklich weiterentwickelt seitdem, und 2012 habe ich nach Kräften versucht, diese Unebenheiten auszugleichen. Auch 2010 gab es vor dem Hochladen eine Überarbeitung, diese Ausmaße hatte sie jedoch nicht, und ein Jahr später war ich eben doch nicht mehr zufrieden damit. Vergleichbar war der anfängliche Stil mit dem in Vom fahrenden Volk – zwar nicht total grottig, aber halt auch nicht mehr dem späteren Stil entsprechend.

Ich glaube, ich kann sagen, dass uns (= Georg und mir; er hat Bittersüß 2012 zum zweiten Mal betagelesen) die stilistische Überarbeitung so gelungen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Eine inhaltliche Überarbeitung kam für mich nie infrage, nicht bei dieser speziellen Geschichte. Da geht es mir ganz ähnlich wie mit LdE: der emotionale Wert überwiegt jede objektive Betrachtungsweise.

Daher muss ich in Bezug auf ein Wiederhochladen sagen: Kritik am Stil: immer gern! Ich würde nahezu jeden Satz in dieser Geschichte noch verändern, wenn er dadurch besser, passender und schöner wird. Georg hätte da als Beta auch nicht das Geringste dagegen; man kann einfach nicht alles sehen. Kritik am Inhalt: ebenfalls gern, sie wird aber innerhalb von Bittersüß nicht mehr umgesetzt, sondern lediglich für eventuelle spätere Geschichten im Hinterkopf behalten. Fehler muss man ja nicht mehrfach machen. ;)

So, und hier kommt schon mal die ...

Kurzbeschreibung:

Der Außenseiter Albert Levi ist vierzehn Jahre alt, als er den ein Jahr älteren Youki kennenlernt. Youki heißt in Wahrheit Kizuki Kawabata, wurde seit frühester Kindheit gemobbt und ist alles, was Albert will: ein Freund; sein bester Freund, der ihn braucht. Mit Youki kann Albert alles teilen: die Einsamkeit, die Leidenschaft für morbide Fotografie, das Anderssein. In krankhaft schnellem Tempo entspinnt sich eine innige Freundschaft zwischen den verzweifelten Jungen, die in einer geheimen homosexuellen Beziehung gipfelt. Doch Youkis Andersartigkeit greift tiefer, als Albert es nachvollziehen kann. Der Halbjapaner trägt schwer an einem Geheimnis, das Alberts Leben in jedweder Hinsicht in ungeahnte Bahnen treibt – und ihn im Alter von achtzehn Jahren ins Gefängnis bringt.

Ja, das wäre das.

Die Geschichte ist 91.922 Wörter (380 Seiten) lang, verteilt auf einen Prolog, dreißig Kapitel und einen Epilog. Sie ist vorrangig ein Drama, hat aber ganz klar auch einen tragikomischen Touch. Ich liebe es einfach, meine Charaktere durch den Kakao zu ziehen, und gerade Albert eignet sich dafür trotz aller Dramatik so wunderbar wie kaum ein anderer.

Meine Altersempfehlung für Bittersüß ist FSK 16 bzw. P16 Slash. Ursprünglich hatte ich es mit dem Rating P18 Slash gepostet – damals war ich im FF.de-Prosabereich noch ganz neu und übervorsichtig, aber wenn ich heute betrachte, was Verlage ab sechzehn oder gar ab vierzehn empfehlen, reicht der Stempel »ab sechzehn« definitiv auch für Bittersüß aus. Die Geschichte ist in vielerlei Hinsicht das Traurigste, Härteste, was ich je geschrieben habe, doch mit blutiger Gewalt, übermäßig »schmutziger« Sprache oder gar grafisch beschriebenem Sex hat das nichts zu tun. Es gibt eine Szene, die blutig ist – aber da Albert diese selbst als Sechzehnjähriger erlebt und als solcher (re)agiert, ist »ab sechzehn« in Ordnung, finde ich.

An dieser Stelle muss ich mal gestehen, dass ich Teenagergeschichten inzwischen eigentlich leid bin – da Bittersüß aber gegen Ende auch den späteren, erwachsenen Albert Levi zeigt, macht mir sein anfängliches Alter innerhalb dieser Geschichte nichts aus. Es ist keine typische Teenie-Geschichte mit einem Teenie-Ende, sondern eher ein Entwicklungsroman. Älter als zwanzig wird Albert körperlich innerhalb der Geschichte zwar nicht, aber geistig-emotional macht das Leben aus ihm jemanden, der wesentlich weiter ist als »normale« junge Erwachsene in diesem Alter.

Geplant war bislang ganz grob, dass die Geschichte irgendwann im Lauf dieses Sommers oder Frühherbstes zurück in die Online-Landschaft kommt – ich weiß nur noch nicht genau, wie und wo. Ob ich sie erneut auf FanFiktion.de hochlade oder auf Poolys oder auf beiden Plattformen. Oder auf einem eigenen Blog wie AURA und LdE. Sie liegt nun bereits seit zwei Jahren fertig und unberührt auf meiner Festplatte und diversen USB-Sticks – es wird Zeit, dass ich mir endgültig überlege, was ich damit anfangen möchte.

Ja, und warum ich gerade jetzt auf den Trichter gekommen bin, darüber zu bloggen – ich hatte heute meinen halbjährlichen Kontrolltermin beim Pneumologen. Und dessen Praxis wiederum befindet sich in der Stadt, in der Albert Levi geboren und aufgewachsen ist. Wann immer ich mich dort für längere Zeit aufhalte, ist Herr Levi übermäßig präsent in meinem Kopf.

Die Untersuchung war gut – zwar muss ich die zweimalige Dosis Symbicort täglich beibehalten, aber die Lungenfunktion an sich ist in Ordnung. Total irritiert hat mich diesmal jedoch, dass der Arzt mein Heft mit meinen Peak-Flow-Werten sichten wollte; das wollte er in den letzten drei Jahren nie, wenn der Funktionstest in Ordnung war, weshalb ich es nicht dabei hatte. Solange mein persönlicher Peak-Flow-Wert bei 450 oder nur unwesentlich darunter liegt, mache ich mir nicht mal mehr Notizen dazu – jetzt muss ich wohl wieder damit anfangen. *hust* 

Nach dem Termin waren Georg und ich noch mit meiner Ma und meiner Tante Eis essen – die Beweisfotos:




Kommentare:

  1. Du glaubst gar nicht, wie ich mich über den Eintrag gefreut habe! :D
    Also die Geschichte klingt richtig cool. Sehr traurig, aber auch interessant. Die würde ich auf jeden Fall gern lesen. Und da muss ich mich ja freuen, dass du in der Stadt unterwegs warst. ^^
    Dass die Untersuchung gut war, freut mich auch, auch wenn ich da (noch!) nicht so richtig durchblicke. Aber, ähm, ja, Lungenfunktion in Ordnung klingt beruhigend.
    2003 bis 2010 ... das geht doch voll! Also ich werde für meine Sachen garantiert auch mindestens 7 Jahre brauchen, wenn das so weitergeht wie bisher. ^^'
    Und ich bleibe vorerst bei den unqualifizierten Kommentaren. Zählt ein dauerhafter Hirnschaden in Folge des IB als Entschuldigung? ^^ XD

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    1. Whee, yay! *-* (Wenn man sich nicht zwischen »Whee« und »Yay« entscheiden kann ...)

      Ähm, ich verspreche nun mal, dass ich noch in diesem Kalenderjahr anfangen werde, Bittersüß zu posten. DAS kann ich zumindest definitiv ganz fest zusagen. :D

      Waah, das mit dem Peak Flow habe ich, glaub ich, irgendwo mal erklärt oder verlinkt - irgendwie bin ich aber gerade betriebsblind, da müde - der Peak Flow ist ein Messwert, der die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit einer Person erfasst. Meine ist, je nach Messgerät, um die 450 bis 500, und wenn der Wert nicht oder nur unwesentlich darunter liegt, passt alles.

      Na jaah, und sieben Jahre kann man schon mal an einem Ding schreiben, wenn es sich lohnt. :D

      ... Aber ja! Ich meine, ich hab keinen IB geschrieben, und guck dir meine Kommentare an. xD

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