Mittwoch, 5. März 2014

Verspätungmanagement

GD

Dank Sallys Blogpost Aus der Übung – oder: Hamburg ahoi! habe ich mich wieder an etwas erinnert, was ich schon vor längerer Zeit bloggen wollte. Die von Sally geschilderte Bahnreise haben wir so fast eins zu eins erlebt, als wir 2010 von Ulm nach Wiesbaden fuhren. Das Umsteigen mit Gepäck war aufgrund des wahlweise gar nicht oder extrem verspätet erscheinenden Mobilitätsservices eine solche Katastrophe, dass wir längere Bahnreisen inzwischen bloß noch in Notfällen unternehmen, also so gut wie nie.

2011 haben wir es allerdings gewagt, in meine Heimatstadt zu fahren, festgehalten in meinen Herbstimpressionen 2011. Da ich auf diesem Wege noch ein wenig über besagten Mobilitätsservice (der diesen Namen meiner Meinung nach gar nicht verdient) gelästert habe, hat Alex mich per Review mit folgender Theorie zum Verspätungmanagement der Deutschen Bahn beehrt:

Die brauchen dringendst Geld. Um die Klimaanlagen für den Sommer und die Heizungen für den Winter reparieren zu lassen, und überhaupt. Ich mein, die Züge fallen teilweise ja schon fast auseinander, und manche Gleise - ähm. So. Jetzt sieht ein Schaffner, dass ein Rollstuhlfahrer oder anderweitig beeinträchtigter Mensch in einen Zug kommt. Schaffner haben die Anweisung, in so einem Fall sofort Meldung zu machen - bling, werden Kameras eingeschaltet und der Zug kriegt eine Verspätung verpasst. Unsere Reise wurde also gefilmt, für solche Fälle gibt es haufenweise Kameras an haufenweise Bahnhöfen. Und wie wir uns so abhetzen wegen all der "zufälligen" Zugverspätungen, das ist DER Stoff für japanische Unterhaltungssendungen. Zumindest für so eine, wie sie mal bei den Simpsons vorkam. Und die Bahn verkauft den guten Stoff nach Japan, um die Sanierung ihrer maroden Technik zu finanzieren. Deshalb bist du in Japan längst ein Star. Und ich als professionelles Anhängsel natürlich auch. Und all die anderen Rollstuhlfahrer, Gehbehinderten und Alten, deren Züge zu spät kommen und deren georderte Umsteigehilfe sich merkwürdigerweise nicht am Bahnsteig befand. Warum, weiß keiner - aber man munkelt, auch die Umsteigehelfer bekämen Anweisungen von ganz oben ... denn die Bahn ist arm und braucht das Geld. Es eilt. Badowww! (Ich bin mir übrigens sicher, dass die Japaner uns von allen Darstellern am liebsten mögen - dich wegen deiner Coolness und deines Charmes, und mich, weil ich die Bahnangestellten immer so cool anschnauze. Wahre Unterhaltung lebt von solchen Duos. Jaha.)

Seither weiß ich Bescheid. Ob die Quoten durch unsere Lange-Fahrten-Verweigerung gesunken sind? (Ich würde gern eine Geschichte über so etwas schreiben, aber dafür würde ich bis 2016 brauchen ...)

Kommentare:

  1. DAS ist natürlich eine Theorie. Jetzt werde ich beim Bahnfahren nur noch denken: Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Haha, genau! :D Da fühlt man sich doch gleich geehrt. :-)

      Löschen