Freitag, 14. März 2014

Gesundheitliche Updates

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Diese Woche war eine Uniklinik-Woche. Das ist für sich stehend nichts Besonderes, Georg muss alle sechs bis neun Monate zur Kontrolle dorthin, vor allem in die Neurologie. Diesmal gingen wir aber vorrangig hin, um uns eine Bestätigung für etwas abzuholen, was wir uns nach langwieriger eigener Recherche sowieso schon gedacht hatten.

Nachdem bei Georg lange Zeit die zwei Extreme »körperlicher Abbau« und »geistig absolute Fitness« nebeneinander existierten, haben wir seit Anfang des Jahres den Eindruck, dass er (sehr, sehr langsam) geistig etwas abbaut. Er erinnert sich teils an Sachen nicht mehr oder unzureichend, die erst kurz zurückliegen, z.B. Inhalte von Filmen, die wir gemeinsam gesehen haben und von denen er wenige Wochen später eben nicht mehr weiß, dass wir sie überhaupt geschaut haben und worum es darin ging. Ab und zu mal würde ich das als Zerstreutheit auslegen, aber nicht in dem Maß. Auch Dinge, die wir kurzfristig vereinbaren, vergisst er oft, während sein Langzeitgedächtnis sehr gut ist.

Aufgrund seiner Grunderkrankung und den Vorfällen im Gehirn, die er hat, wären diesbezüglich Zusammenhänge denkbar, wenn auch nicht beweisbar. Sein Kleinhirn ist ja massiv geschrumpft – man bringt das Kleinhirn zwar vor allem mit der Motorik in Verbindung, es ist aber schon auch zuständig für kognitive Prozesse und das assoziative Lernen.

Was nun Georgs Grunderkrankung betrifft, fehlen aber leider einfach Vergleichsfälle. Ein rapider Abbau der geistigen Fähigkeiten ist nicht zu erwarten; Georgs behandelnder Neurologe hat uns aber vorgeschlagen, falls bis zum nächsten Termin im Herbst eine Verschlechterung eintreten sollte oder der Ist-Zustand zu belastend wird, eine Medikation auszuprobieren, die auch bei Alzheimer-Patienten im Frühstadium angewendet wird.

Ein akutes Weiterschrumpfen des Kleinhirns besteht zum Glück nicht, aber mit dem Gehen und Treppensteigen wird es ja ebenfalls trotzdem immer mühsamer – da meinte der Neurologe ja letztes Mal, diese Veränderungen könnten sich auch erst im Lauf der Zeit ergeben, auch wenn die Bildgebung sich nicht ändert. Insofern kann es in anderen Bereichen natürlich ähnlich ablaufen, und um eine ernsthafte Prognose zu treffen, ist das Gehirn zu komplex und insbesondere in Bezug auf Georgs Grunderkrankung zu wenig erforscht.

Letztlich können wir bloß abwarten; über die Frage der Medikation denken wir im Moment noch nicht wirklich nach. Das wäre etwas, was wir nur im absoluten Notfall in Erwägung ziehen würden, denn Prozesse, die denen einer Demenz ernsthaft ähnlich sind, müssten in der Bildgebung erkennbar sein, was derzeit nicht der Fall ist.

Dann gibt es noch minimale Neuigkeiten bezüglich der Magen-Darm-Probleme, die Georg schon seit Ende 2013 hat. Da wurden in der Zwischenzeit allerlei Untersuchungen vorgenommen, u.a. eine Darmspiegelung und die Untersuchung von Gewebeproben, die aber alle ohne Befund blieben. Als Nächstes stünde dann eine Magenspiegelung auf dem Programm, die bei Georg aber nur in Vollnarkose gemacht werden könnte, weshalb da weder von unserer noch von ärztlicher Seite große Begeisterung herrscht. Er hat vor knapp einem Monat aber mal testweise einen Magensäurehemmer bekommen, und seither ist es bedeutend besser – sollte das so bleiben, kommen wir um die Spiegelung fürs Erste herum.

Ansonsten musste ich seit Ende 2013 wegen extremem Husten so lange Kortisontabletten nehmen, dass ich nach dem Absetzen doch wieder mit zweimaliger Symbicort-Inhalation weitermachen musste und muss, obwohl die Reduktion auf einmal täglich zuvor endlich geklappt hatte. Das darf ich bis auf Weiteres auch nicht ändern. Symbicort ist zwar ein wirklich toll verträgliches Medikament, aber wenn ich es irgendwann wieder runterdosieren darf, fange ich halt wieder bei null an.

Botanischer Garten Ulm – liegt ganz in der Nähe der Neurologie.

Kommentare:

  1. http://www.youtube.com/watch?v=3rV8hYVWjRo

    Alles (so weit machbar) Gute für euch! (c: <3

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