Dienstag, 1. Oktober 2013

Schrecksekunde und Kostenfrage

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Huaah! Kurz bevor ich Georg vorhin zur Neuro-KG gebracht habe, bin ich ins Arbeitszimmer gestolpert, um meine Uhr vom Schreibtisch zu pflücken – und fast rückwärts umgefallen vor Schreck, weil auf dem Vordach, zu dem unser Arbeitszimmerfenster führt, drei Männer herumturnten (und immer noch turnen).

Sie bauen ein Gerüst auf, weil das Vordach neu gedeckt werden soll – waah, gut, dass wir das auch mal erfahren; ich schätze, hier wird es in nächster Zeit ziemlich laut.

Ähm, was ich aber eigentlich erzählen wollte:

Nach dem gestrigen Post sind wir mehrfach gefragt worden, warum der Kopfschutzhelm für Georg so extrem teuer sei, und einmal, ob man da stattdessen nicht einfach einen Fahrradhelm nehmen könne.

Letzteres haben wir uns auch schon gefragt; Georg hat sogar einen Fahrradhelm für Notfälle – der ist zwar ein gutes und relativ teures Modell von Giro, aber halt nicht dafür gemacht, täglich von morgens bis abends getragen zu werden. Nach ein paar Stunden verursacht er Abdrücke am Kopf, die beim Dauertragen recht tief werden und mit der Zeit jucken und Schmerzen bereiten – 2009 getestet.

Die vergleichsweise hohen Kosten des verordneten Helms ergeben sich daraus, dass er speziell dafür angefertigt wird, sensible Bereiche zu schützen, bei Georg z.B. den Hinterkopf, wo seine Schädeldecke zum Teil fehlt und von einer Kunststoffplatte ersetzt wird. Der Preis von über 600 Euro (bzw. über 1000, wenn man die vier verordneten Schutzpolster und deren Befestigung dazuzählt) liegt (leider) tatsächlich im Normbereich für dieses Hilfsmittel.

Ob das jetzt jemanden interessiert, weiß ich nicht; ich möchte einfach gern klarstellen, dass wir nicht vorhaben, unsere KK auf räuberische Weise auszubeuten.

Diesen Eindruck erweckt man offenbar schnell, wenn man vehement auf teure Hilfsmittel pocht – aber die Preisüberwachung hat der Patient nicht in der Hand. Der ist nur derjenige, der am Ende in die Röhre guckt, wenn er sich gegen Ablehnungen der KK nicht wehrt.

Denn gerade weil viele Hilfsmittel so teuer sind, kann der Durchschnittspatient sie nicht mal eben selbst kaufen – ein Weg, der zumindest uns lieber wäre als dieses Theater. Taxifahrten zur Uniklinik zahle ich z.B. grundsätzlich aus eigener Tasche – Georg hätte zwar einen Anspruch auf einen von der KK finanzierten Krankentransport, aber den durchzusetzen, hat uns 2009 bis 2011 so viele Nerven gekostet, dass wir die (zum Glück momentan seltenen) Fahrten lieber selbst finanzieren, als uns damit zu stressen. Bei zwingend notwendigen teuren Hilfsmitteln ist uns das aber weder möglich, noch sehen wir es ein – niemand sucht es sich schließlich aus, auf so ein Teil angewiesen zu sein.

(Und irgendwie hab ich gerade das Bedürfnis, die Männer auf dem Dach zu fragen, warum sie alle keinen Kopfschutz tragen ... Soooo hoch ist das Dach zwar nicht, aber trotzdem ...)

Kommentare:

  1. Hallo. :)

    Ich bin gerade ein bisschen ... irritiert. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, Georg zu fragen, ob er nicht einfach einen Fahrradhelm nehmen kann/will - aber gut, ich kenne ihn auch, weiß mehr über das Krankheitsbild, als hier zu lesen ist und kann euch gut genug einschätzen, um zu wissen, dass ihr nicht nur was Teures bezahlt haben wollt. Aber trotzdem ... irgendwie ...

    Nehmt euch das, was euch zusteht, ist meine Meinung zu dem ganzen Thema. Georg braucht spezielle Materialien, also soll die Krankenkasse die auch bitte dann genehmigen/finanzieren. Es gibt so viele Leute, die Geld für nichts in den Hintern geblasen kriegen, aber bei denen, die dann echt irgendetwas bräuchten (nein, ich unterstelle nicht, dass jeder Mensch alles für lau bekommt, aber ich verschweige auch nicht, dass es sehr wohl Fälle gibt, in denen das genau so ist), gibt es plötzlich wie viele Hürden. Das ist allgemein ein Thema, wo ich mir an den Kopf fassen möchte, ganz allgemein bezogen auf das große Geldthema.

    Ich hoffe, hoffe, hoffe, dass sich bald was tut! Und springe jetzt lieber über zum Monatsrückblick, denn hier reg ich mich sonst nur weiter auf. *hust*

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    1. Hallüüü! <3

      Hmm, die Frage klingt schon erst mal seltsam, ja. *lach* Insgesamt stört uns so was aber nicht so arg; Georgs Helm ähnelt von der Form her ja tatsächlich einem Fahrradhelm, und da hier auch einige Leute aus unserem Alltagsleben mitlesen, die aber medizinische Laien sind, bleibt so was manchmal nicht aus. Ich wollte das einfach gern klarstellen, weil ich dachte, dass die Frage ja evtl. auch noch bei anderen Leuten aufgekommen sein könnte. *gg* Dass diejenigen, die uns näher kennen, nicht von uns denken, einfach was Teures abgreifen zu wollen, wissen wir natürlich. <3

      Viel mehr stört und nervt uns die KK selbst - da verstehen wir inzwischen auch echt keinen Spaß mehr. Niemand sucht es sich aus, so ein Ding zu brauchen - also sollen sie es gefälligst auch in der Form finanzieren, wie es der Gesundheit und Sicherheit dient, das sehen wir genau wie du. :) Ich glaub, man merkt den Posts über das Thema auch dezeeeent an, dass ich diesbezüglich angepisst bin. *hust*

      Daaaankeschön, das hoffen wir auch! <3

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