Dienstag, 16. April 2013

Kryptischer Fund und Schriftvergleich

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Beim Durchwühlen unserer Ablage sind wir auf ein gefaltetes Schreibblockblatt gestoßen, dessen Text zwar schön, aber reichlich kryptisch ist – wir haben absolut keine Ahnung, worum es darin gehen könnte:


Das Teil? Zusammenpacken? Schwarze Tasche? Wovon ist da die Rede? Wir werden senil! Das einzig Sichere ist, dass der Text eine Nachricht von mir an Georg ist – alles andere muss weit in unserem Unterbewusstsein vergraben liegen (oder sich gänzlich aus unseren Hirnen verabschiedet haben).

Zumindest das Datum hilft uns etwas weiter: Am 12.06.2007 waren wir seit fünfeinhalb Monaten ein Paar, haben seit viereinhalb Monaten zusammengewohnt und näherten uns dem Ende unseres ersten Lehrjahrs als Bürokaufleute. Daher könnte es sein, dass der Text sich auf die Berufsschule bezieht – die schwarze Tasche ist somit möglicherweise Georgs Laptoptasche, da er Klassenarbeiten zum Nachteilsausgleich am Rechner schreiben durfte.

Sicher sind wir uns da aber ganz und gar nicht. Schräg. Wenn ihr in nächster Zeit irgendwo einigen Gehirnzellen auf der Flucht begegnet – das sind unsere!

Beeindruckend ist, was sich auf der Rückseite des gefalteten Blockblatts befindet – hier hat Georg sich seine Noten in AWL (Allgemeine Wirtschaftslehre) und RW (Rechnungswesen) notiert:


Ich muss beinahe heulen, wenn ich mir anschaue, wie leserlich seine Schrift damals noch war, obwohl ich ein Zeugnis dessen auch über meinem Schreibtisch hängen habe:


Inzwischen hat sich Georgs Schriftbild wesentlich verschlechtert; schon seit mehreren Jahren (circa seit Ende 2008) kann er sie im Nachhinein selbst kaum noch lesen. Eine kleine Kostprobe, die ich für diesen Post von ihm »angefordert« habe:

»Rechnungswesen«

Er versucht aber, es mit Humor zu nehmen – ein paar seiner Ärzte haben eine ähnlich infernalische Klaue (danke, Bobby), ganz ohne sich mit neurologischen Defiziten herausreden zu können. Bei unserem Dermatologen kommt es sogar vor, dass die Mitarbeiter der Apotheke aufgrund seiner von Hand ausgefüllten, absolut unleserlichen Rezepte in seiner Praxis anrufen müssen, um nachvollziehen zu können, was er verordnet hat.

Wir haben leider niemanden, den wir telefonisch oder anderweitig bezüglich des kryptischen Textfunds befragen könnten – das Ganze wurmt uns; wir wüssten wirklich gern, worum es in der Nachricht ging.

Kommentare:

  1. Ihr Lieben!
    Nachdem ich mindestens fünf Minuten mit diesem verflixten Aquarium da unten meine Zeit vertrödelt habe, widme ich mich mal der kleinen Kommentarbox hier. Ich hasse diese Schrift, in der man da schreibt. Aber egal, ist ja nicht das Thema, ich rede nur so gerne über irgendwas, wenn ich Kommentare tippe :D Hey, das ist interessant, okay?!

    Jedenfalls sehr interessant, was man in alten Sachen so findet, oder? Ich will gar nicht wissen, was sich in meinen Schubladen alles verbirgt. Ich hatte früher auch eine ziemliche Klaue, was Schreiben angeht, und wenn ich schnell irgendetwas hinkritzle, sieht das sowieso absolut unleserlich aus :D Georg ist da also definitiv nicht alleine - mein Stiefvater meint sogar bei meiner normalen Schrift, das sei absolut unleserlich.

    Ähm. Ich sage ja, ich schweife immer zu mir ab, anstatt so richtig zu kommentieren. Ich finde das kleine Schriftstück in dem Bilderrahmen süß :3 Ihr müsst wirklich mal Fotos von eurer Wohnung posten. Ich persönlich würde ja gernen wissen, wie es bei euch ausschaut :D Ihr wirkt nämlich eigentlich wie ganz ordentliche Menschen. Nicht so wie ich. Ähm.

    So. Da mich die Fische schon wieder ablenken: Bis zum nächsten Blogeintrag. Ich lerne jetzt für Betriebswirtschaft und haue meinen Kopf gegen die Wand, weil ich es hasse. ♥

    Liebste Grüße,
    Purpurrot

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    1. Du Liebe! :)

      Tausend Dank für deinen laaaangen Kommentar! *__*

      Ich mag Courier auch nicht sonderlich gern, aber da ich mit der Schrift meistens auch arbeite, weil sie die Augen nicht so anstrengt wie z.B. Arial, hab ich mich dran gewöhnt. ^^

      Infernalische Klauen haben doch aber auch was Gutes an sich; die sind nicht so leicht zu fälschen. *gg*

      Hm, ähm - aufgeräumt ist es bei uns eigentlich nur so wirklich, wenn Besuch kommt. *hust* Es ist zwar nicht so, dass wir wie die ultimativen Messies leben würden, und vor allem ist es überall sauber, das ist uns wichtig - aber leicht chaotisch veranlagt sind wir schon. ;) Wir lassen uns das mit den Wohnungsfotos aber duch den Kopf gehen. :)

      Wir hoffen, das Lernen war erfolgreich - lass deinen Kopf heil, den brauchst du noch! :) Und immer brav die Fische füttern. <3

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  2. Oh ja, sowas kenn ich. :D Da findet man irgendwelche Zettel und fragt sich, was zum Teufel es damit auf sich hatte. Am Besten nicht drüber ärgern, dann fällt es einem von euch vielleicht doch noch mal ein.

    Die infernalische Klaue - ich find den Begriff immer noch total klasse! Und ich glaube, unter Ärzten ist dieses Phänomen weit verbreitet, ich höre auch total oft, dass man von denen ja nix entziffern kann.

    Georgs Nachricht im Rahmen finde ich sehr süß. :)

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    1. Gell? :D Wir versuuuuchen, uns nicht zu ärgern, und hoffen, dass uns die Erkenntnis irgendwann noch ereilt. :D

      Stimmt, Ärzte haben oft eine klischeehaft schlimme Schrift - aber der Dermatologe toppt alles, was wir vorher je gesehen haben. *gg*

      Find ich auch. <3 Die Nachricht ist mir echt heilig - er war damals total überrascht, dass ich sie eingerahmt habe. <3

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  3. Ich mag diese Fetzen der Vergangenheit, die einem im Hier&Jetzt so furchtbar kryptisch vorkommen. =) Man rätselt, was sie einem mal bedeutet haben könnten und in welchem Kontext sie gestanden haben.

    Schade, dass sich Georgs Schriftbild so verschlechtert hat, aber ich kenne das.
    Als ich im Februar/März das erste Mal nach der OP wieder geschrieben habe, dachte ich, ich hätte eine vollkommen andere Handschrift. Nach und nach hat sie sich aber meiner alten Handschrift wieder weitestgehend angepasst. Nur kann ich eben nicht mehr dauerhaft schreiben. Schöner Mist, wenn einem zwar durch die OP die Taubheit genommen wurde, aber gleichzeitig auch die Belastbarkeit.
    Schon nach wenigen Minuten (oft sind's dann nur ein paar Sätzchen) sieht mein Schriftbild auch vollkommen unleserlich aus. Und von den Schmerzen brauche ich ja kaum noch erzählen. Alles Mist!
    Aber ich schreibe ja wie Georg meine Prüfung am Rechner.
    Es gucken zwar alle etwas angesäuert, dass ich es ja nun "soooooo viel leichter" habe, als sie, aber wer so etwas nicht hat, versteht nicht, dass man damit nur einen sonst zu gravierenden Nachteil ausgleicht und es nicht so viel leichter ist, als sie es haben, sondern man es ungleich schwerer hätte, würde man es auf die gleiche Weise tun, wie sie. Geistlose Mitmenschen!

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    1. Echt, so dämlich verhalten sich die bei dir? ._. Da hatte Georg, was die Abschlussprüfung betrifft, etwas mehr Glück in Bezug auf Verständnis - wahrscheinlich einfach deshalb, weil man ihm die Behinderung deutlich anmerkt und -sieht.

      Jedenfalls bin ich froh, dass der Nachteilsausgleich bei dir genehmigt wurde - und was die ganzen anderen Trottel davon halten, ist im Grunde ja egal. <3

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