Montag, 11. Februar 2013

Waidbronn

AD

Waidbronn, der (fiktive) Hauptschauplatz der Geschichte Schwester golden, Bruder aus Stein, ist meiner eigenen Heimatstadt nachempfunden und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die wichtigsten Fakten:

Wappen der Stadt Waidbronn
Bundesland: Bayern

Regierungsbezirk: Schwaben

Landkreis: Oberallgäu

Fläche: 42,45 km²

Einwohner: 19.828

Stadtgliederung: 4 Stadtteile

Der älteste bekannte Nachweis der Besiedlung geht bis in das Jahr 600 nach Christus zurück. Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Ortsnamen Brunna war 1150 nach Christus.

Bereits 1440 erlangte der Ort, der inzwischen den Namen Waidebrunna trug, das Marktrecht und die hohe Gerichtsbarkeit. Von weitläufigen Waldgebieten umschlossen, lebte er vorrangig von der Jagd und dem Handel mit Wild und Lederwaren. Auch Handwerker, Bierbrauer und Weber lieferten einen Beitrag zum aufblühenden Handel.

Das Handelsgeschlecht der Meyling, eine (fiktive) Kemptener Patrizierfamilie, trug wesentlich zur Entwicklung Waidebrunnas bei. Sie erwarben 1552 die Herrschaft über den Ort und steckten viel Geld in die Instandsetzung der Burg Waidebrunna (heute Burg Waidbronn), in der sie bis ins 18. Jahrhundert lebten. 1764 endete die Zeit der Meyling mit deren finanziellem Bankrott; der Bayerische Kurfürst erwarb daraufhin Herrschaft und Burg.

Im Jahr 1790 wurde der Ortsname Waidebrunna zu Waidbronn.

Das Wappen Waidbronns zieren bis heute die namensgebenden Elemente des Ortes: Die Zweige mit Laubwerk stehen für die herbstlichen Gemeinschaftsjagden in Wald und Feld; der Brunnen ist der sogenannte Jagdbrunnen (Waid = altdeutsches Wort für Jagd), der bis 1902 in der Ortsmitte stand. Es war lange Zeit Waidbronner Tradition, dass die heimkehrenden Jäger sich gemeinschaftlich am Brunnen erfrischten, ehe sie sich an die weitere Arbeit machten. Lange stand statt des Jagdbrunnens ein großer Springbrunnen in der Waidbronner Stadtmitte, um den mittwochs und samstags der Wochenmarkt stattfand. 2010 wurde jedoch der historische Jagdbrunnen in restaurierter Form wieder an seinem ursprünglichen Platz installiert. Der Springbrunnen befindet sich nun im Waidbronner Kirchhof.

Als die Zeit des Wildhandels im großen Stil unwiederbringlich zu Ende ging, öffnete sich Waidbronn vorsichtig für die Industrie. Bis 1926 hatte sich die Marktgemeinde als kleiner, stabiler Industriestandort etabliert. Dazu trug die Zusammenarbeit mit dem nur 30 Kilometer entfernten Kempten bei, obwohl die industrielle Revolution in Kempten durch den Niedergang der ansässigen Leinenmanufakturwirtschaft aufgrund der starken Konkurrenz im Weltmarkt gebremst wurde.

Dann folgten das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg, eine Zeit des wirtschaftlichen und menschlichen Niedergangs. Waidbronns kleine Altstadt blieb jedoch erhalten; der ganze Stolz der Waidbronner ist heute die örtliche Brauerei.

Währungsreform und Marktwirtschaft bescherten Waidbronn einen Aufschwung wie nie zuvor. Neue Produktionszweige siedelten sich an, zum Beispiel der Pharmaziekonzern Merk, in dem Lottas Opa Clemens Katz als Buchhalter arbeitete.

1950 wurde der Markt Waidbronn zur Stadt erhoben. Zur Feier wurde das Waidbronner Wappen, bis dahin durch einen schlichten braunen Balken unterteilt, durch zusätzliche Elemente ausgeschmückt. Der Balken wird nun durch einen schmalen hellblauen Streifen und ein schwarzes W, dessen Leerräume in den bayerischen Landesfarben Weiß und Blau verziert sind, ergänzt.

Kommentare:

  1. Beeindruckend, wie ausführlich du das gemacht hast!
    Das Wappen find ich klasse, ich verkünstel mich da immer und dann sieht's scheiße aus *grummel*
    Ich will ja auch immer so genau sein, aber ich krieg's nicht hin ._.
    *mir Alex als Beispiel nehm*

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    1. Ich freu mich grade total, dass du das Wappen magst – als ich es gestern gezeichnet habe, bin ich mir leicht bekloppt vorgekommen, weil das Wappen für SGBAS überhaupt keine Rolle spielen wird. *gg*

      Und – ich bin bekloppt, die Zweite – als ich die Stadtgeschichte zusammengefasst habe, hab ich fast angefangen zu heulen. *prust* Einfach, weil mir da erst so richtig bewusst geworden ist, wie detailliert Waidbronn in meinem Kopf existiert. Ich glaube aber, unbedingt gebraucht hätte ich die Details zum Schreiben nicht – mach dir da keinen Kopf. :)

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  2. "Ich mag das Wappen!", sprach das Mädchen mit Familienwappen. :) Wahnsinn, dass du sooooo viel Hintergrundwissen zu Waidbronn hast! o.O So viele Details, die man gar nicht nutzen kann/wird. Das ist doch eine Mordarbeit! Ich bin schweeeer beeindruckt!

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    1. Verrückterweise war es gar nicht so viel Arbeit. :) Die Infos waren schon vor der schriftlichen Zusammenfassung in meinem Kopf präsent, ohne dass ich je viel dafür hätte tun müssen. Erst beim Aufschreiben ist mir dann vollständig bewusst geworden, wie viele Details das sind. Ich musste bloß noch Jahreszahlen dazu auswählen, die geschichtlich kein allzu großer Schmu sind. :)

      Die einzige wirkliche Arbeit war es, das Wappen zu zeichnen – ich freu mich sehr, dass du es magst! =)

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  3. Wow!
    Geiles Wappen. Und so viel Hintergründe. Beneidenswert, wie viel du von deinen Geschichten, bzw. den Orten, ganz automatisch im Kopf hast. So viele Details! Ich bin hin und weg.

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    1. Aww, danke! <3 Ich freu mich total, dass du so begeistert bist. <3

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