Dienstag, 1. Januar 2013

Jahresausklang und Jahrestag

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Und schon ist das Jahr 2012 vorbei – wow, das ging schnell. Besonders die letzte Woche – von Weihnachten bis Silvester – ist wie im Flug vergangen.

Unsere Weihnachtspalme am 23.12.2012

Heiligabend haben wir im kleinsten Kreis gefeiert – meine Ma, Georg und ich –, und vom ersten bis zweiten Weihnachtstag war mein jüngerer Bruder bei uns zu Besuch. Die meisten anderen Angehörigen wurden mit Posteulen und/oder Anrufen bedacht; unsere Wohnung bietet nicht genug Raum für größere Feierlichkeiten, und für längere Reisen während des Weihnachtswahnsinns ist Georg körperlich nicht fit genug. Ich muss aber leider sagen, dass insbesondere meine Familie ohnehin eher eine »Beerdigungsfamilie« ist – man sieht sich vorwiegend dann, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Zum Glück gibt es inzwischen Ausnahmen, mit denen wir uns regelmäßig treffen. Georgs Familie ist ... ein komplizierter Sonderfall, aber darüber möchte er zu einem späteren Zeitpunkt selbst einmal bloggen. (Fairerweise sei gesagt: Unsere Kernfamiliengeschichte ist ebenfalls kompliziert, und keiner der Beteiligten ist ein einfacher Mensch. Vielleicht wird es auch darüber einmal einen Blogeintrag geben, wenn ich sehr, sehr betrunken bin. Ähm.)

Die Weihnachtspalme aus nächster Nähe

Die objektiv betrachtet traurige Situation hat allerdings den Vorteil, dass Weihnachten bei uns meist recht stressfrei abläuft – wir haben zwar üppig gekocht (an Heiligabend gibt es bei uns traditionell Schnitzel mit Kartoffelsalat, an den Weihnachtstagen gab es diesmal Sauerbraten mit Böhmischen Knödeln) und viel unternommen (Spaziergänge, Besuche, Besichtigung von regional bekannten Krippen), aber freiwillig und ohne Gereiztheitsfaktor.

Geschenke gab es natürlich auch – massig sogar! So viele Päckchen hatten Georg und ich nie zuvor unter dem Baum. Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Kollegen meiner Ma – dieses Jahr haben uns wirklich extrem viele Menschen bedacht. Vielen, vielen Dank euch allen! Süßigkeiten, Bücher, Schals, ein Waffeleisen und viele weitere schöne Sachen lagen unter dem Baum (Palmen sind auch Bäume!) und wir haben uns wahnsinnig gefreut. Von Georg habe ich einen wunderschönen Fotokalender mit Zitaten von Rainer Maria Rilke bekommen, er von mir ein Kissen, auf das ein Wort gestickt ist, das aber ausschließlich er wissen darf.

Unser Wohnzimmer an Heiligabend

Silvester war ebenfalls ruhig und entspannt – dass ich Georg nicht auf Partys schleppe, dürfte klar sein, und er ist die schönste Ausrede der Welt, um Einladungen zu solchen Festivitäten abzulehnen. Jaah, ich weiß – ich sehe aus, als würde ich die Piraten wählen (was ich nicht tue), aber im Grunde bin ich ein stinkfauler und langweiliger Mensch, der zu Silvester lieber Pizza und Waffeln macht, statt den Schweiß fremder Leute zu schnuppern. Riecht einfach besser!

Silvesterpizza

Silvesterwaffeln

Um Mitternacht haben wir auf dem Balkon das Feuerwerk der Nachbarn bewundert und Wunderkerzen angezündet, um danach ins Bett zu gehen. Der Rest gehört nicht auf einen öffentlichen Blog. (Ähm, aber ich soll von Georg ausrichten: »The same procedure as every year!« – Okay, das klingt jetzt irgendwie, als wären wir hundertjährige Meeresschildkröten, die einmal im Jahr ihr Paarungsritual vollziehen. Was altersmäßig bei mir ja auch fast hinkommt. Aber wenn ich Alkohol kaufe, muss ich manchmal meinen Ausweis vorzeigen, also passt das schon.)

Georgs Hand mit Wunderkerze

Silvester und Neujahr sind für Georg und mich ganz besondere Tage. Silvester 2006 haben wir noch als beste Freunde zusammen verbracht, und am 1. Januar 2007 (nachmittags und nüchtern) sind wir ein Paar geworden. Somit starten wir heute in unser verflixtes siebtes Jahr – und damit ihr mitverfolgen könnt, ob und wie stark es zwischen uns scherbelt, haben wir uns vorgenommen, hier am Ende jedes Monats einen Rückblick inklusive unserer epischsten Streitereien zu posten. Darunter geben wir dann in Prozent an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Trennung aktuell ist. Wir wünschen vorab viel Spaß damit!

Und wo wir gerade beim Thema Vorsätze sind: Wir haben uns allen Ernstes eine To-Do-Liste für 2013 erstellt. Da ist überraschend viel zusammengekommen, weswegen wir nicht ernstlich davon ausgehen, alles zu schaffen.

Wir möchten ...

- konsequent einmal die Woche gemeinsam kochen, egal wie es danach in der Küche aussieht. Falls uns jemand Putzlappen spenden will, nur zu!

- den Wildpark in Heidenheim, den Zoo Wilhelma in Stuttgart, das Teehaus Weirich in Göppingen und das Tübinger Schokoladenfestival besuchen. Da das alles Ziele in Baden-Württemberg sind und wir dazu jeweils ein ganzes Stück mit der Bahn fahren müssen, hängt die Durchführung natürlich davon ab, wie es Georg gesundheitlich geht.

- jeden Monat einmal ins Kino gehen, sofern es finanziell drin ist.

- ein paar Tage Urlaub in der Herberge im Allgäu machen, in der wir im Sommer 2008 waren (unser bislang einziger gemeinsamer Urlaub, und mein erster überhaupt – war sehr, sehr toll, und wer übergeniale Kuhfotos haben möchte, darf sich gern melden; wir haben sogar eins, wo eine Kuh der anderen den Hintern abschleckt!). Hängt ebenfalls von gesundheitlichen und finanziellen Faktoren ab.

- Jade, Sven und - raven - für ein paar Tage in ihrer neuen Wohnung besuchen. Noch ein Vorsatz, der leider an der Gesundheit und am Geld hängt, wobei ich sicher bin, dass das finanziell machbar ist, da die Drei ja kein Geld für die Übernachtungen verlangen und uns bestimmt königlich bekochen wollen, gell?

- die komplette Bibel lesen. Nein, kein Scherz. Wir interessieren uns sehr für alles rund um den christlichen Glauben (und für andere Religionen), auch wenn man uns das nicht im klassischen Sinn anmerkt. Es erfordert aber schon einen gewaltigen Arschtritt, sich diesem Wälzer ausführlich zu widmen – wer uns den geben möchte, fühle sich herzlich eingeladen, hin und wieder mal nachzuhaken, wie weit wir bisher gekommen sind.

- stricken lernen. Also, ich. Georg kann es in der Theorie schon, in der Praxis machen seine Finger leider nicht mehr mit. Da ich aus einer böhmischen Familie stamme, in der Handarbeit früher ganz groß geschrieben wurde, ich im Strickunterricht in der Schule aber kläglich versagt habe, möchte ich der Sache nun noch einmal eine Chance geben. Ohne eine zeternde Nonne als Lehrerin, dafür aber mit dem Buch Stricken für Dummies, das mein jüngerer Bruder mir geschenkt hat.

- jedes Lokal in unserer Stadt einmal besuchen. Unsere Stadt ist klein (etwas mehr als 16.000 Einwohner), auf zwölf Monate verteilt könnte das machbar sein.

- den Versuch wagen, uns eine/n Zahnarzt/Zahnärztin und eine/n Friseur/in in unserer Stadt zu suchen. Bisher fahren wir zu Zahnarzt- und Friseurbesuchen noch immer nach Ulm, wo wir bis vor knapp zwei Jahren gewohnt haben. Da wir in der Vergangenheit miese Erfahrungen mit Zahnärzten gemacht haben, was die Behandlung von Behinderten oder chronisch Kranken betrifft, haben wir einen Wechsel bislang nicht gewagt. Unsere Friseurin kennen wir, seit wir 2007 zusammengezogen sind, da ihr damaliger Salon bei uns um die Ecke lag. Wir haben aber einfach nicht mehr die Kraft und die Nerven, deshalb nach Ulm zu fahren – mit Hin- und Rückfahrt sind wir jedes Mal über zwei Stunden unterwegs, und Bahnfahrten sind für uns ein ziemlicher Kraftakt. Ein Krankentaxi wird für Zahnarztbesuche natürlich nicht finanziert, da es ja auch bei uns Zahnärzte gibt. Zudem bin ich diejenige, die öfter mal zum Zahnarzt muss – davon habe ich im Eintrag Körperklaus reloaded ja berichtet, und tadaa: Pünktlich zum Fest ist mir von zwei Zähnen jeweils eine kleine Ecke abgebrochen. Schöne, kariesfreie, weiße Zähne. Ich find euch kacke, Gene.

Whoa. Und das von uns, die sonst nie Neujahrsvorsätze fassen, außer: Wir möchten am Ende des Jahres immer noch hier stehen (oder sitzen) und sagen können, dass wir alles wieder ganz gut hingekriegt haben. Und ungeachtet aller Zusatzvorsätze hat das auch 2013 oberste Priorität.

Wie sieht es bei euch denn so mit Vorsätzen aus? Wir hoffen, wir machen uns mit all dem Zeug hier nicht total zum Affen. Wir sind ja schließlich keine Affen, sondern hundertjährige Meeresschildkröten, die einmal im Jahr ... Nein. Ja. Ähm. In diesem Sinne: Wir entschwinden nun, um unseren restlichen sechsten Jahrestag zu genießen. Bis bald und einen wunderschönen Januar 2013 euch allen!

Kommentare:

  1. Huhu! <3

    Schöner Post mit tollen Bildern. Ich mag die Weihnachtspalme und mit den ganzen Geschenken drum herum sieht das wirklich toll aus. :)

    Was die to-do-List anbelangt: Ich hoffe so so sehr, dass euer Besuch hier funktioniert. Das ist eines der Dinge, die ich mir für 2013 wirklich wünsche. :)

    Eure Futtersachen sehen total lecker aus! Vor allem Waffeln und Pizza. Auf beides hätte ich Lust im Moment.

    Ich freu mich auf die neuen Blogthemen. Aber eine Trennungswahrscheinlichkeit bei euch beiden? Nie im Leben! Aber sicher ein lustiger Gimmick für die Posts hier. ^^

    Danke für den ausführlichen, toll aufgelockerten, Text und auf ein tolles, neues Jahr mit vielen Verwirklichungschancen!

    Liebste Grüße!
    Jade

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    1. Aww! Ich freu mich, dass dir unser Palmenbaum gefällt. <3

      Ich hoffe auch total, dass es klappt mit dem Besuch! Es ist zwar leider nichts, was ich fest versprechen kann, aber wenn es Georg gesundheitlich okay geht, kommen wir definitiv. :) Und dann backen wir ja sowieso, da könnten wir auch noch eine Pizza dazu machen. ;)

      Sag niemals nie! Die Sylvie van Dings (?) und ihr Mann haben sich grade getrennt, sagt das Radio - man weiß niemals, was kommt, und so wie wir uns manchmal verbal kloppen, würden manche uns vielleicht schon eine Art Vorausschlammschlacht unterstellen. ;D Ähm, nein - es bestehen keinerlei ernste Trennungsabsichten. Aber mal sehen, wie viel Gescherbel wir uns übers Jahr verteilt leisten. ;D

      Auch an dich (erneut) liebste Grüße! :)

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    2. Ich weiß, dass ihr das nicht versprechen könnt. Müsst ihr ja auch gar nicht. :) Ich hoffe einfach auf das Beste. :)

      Jaaah, Pizza!

      Klar, man weiß nie, was kommt, aber es gibt eine Menge Leute, denen ich das viel eher zutrauen würde als euch. :)

      Ich mag liebste Grüße! ^^ Und versende sie auch gerne (erneut). :)

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  2. Ich finde ja, dass auch eine Palme sich sehr gut macht als „Weihnachtsbaum“ - unser Schätzchen ist ja schon seit ein paar Tagen abgebaut, aber so eine Palme? Die bleibt ja ganzjährig erhalten. Irgendwie hat das was! (^.^)

    Auch eure Vorhaben sprechen mich an - so ein paar Vorsätze für‘s Jahr, die jetzt nicht unbedingt den Klassischen entsprechen, finde ich sogar ganz sinnvoll.
    Nur so als „Ansporn“ für sich selbst. Man muss ja nicht unbedingt mit Sport anfangen oder mit dem Rauchen aufhören - es reicht ja, wenn man sich vornimmt, Dinge entspannter anzugehen oder mehr für die Zweisamkeit (BTW: Die Schildkrötennummer unterstreicht deine Klotz-Interpretation, liebste Alex) zu tun. Das sind ja auch sehr gute Ideen. Und Ausflüge, Reisen und Essen ... was gibt‘s Schöneres? Klar, das hängt auch von Gesundheit und den Finanzen ab, aber alles absolut erstrebenswert. Find ich guuut! (^.^)

    Was du mit der Bibel vorhast, finde ich übrigens spitze. Ich bin ja ein Freund von solchen Mammutaufgaben - als ich während der Schwangerschaft mit Sarah sieben Wochen ans Bett gefesselt war, habe ich ein Lexikon gelesen. Nachhaltig kann ich zwar heute nur auf weniges mit Sicherheit zurückgreifen, aber bei vielem sage ich: „Hab ich irgendwann schon mal was von gelesen“ oder „Hab da was im Hinterkopf“ - und auch dass es die Bibel ist, finde ich spitze. Für mich ist zwar das AT wesentlich interessanter als das NT, aber im Allgemeinen bin ich dem ja schon zugewandt. Gute Sache. (^.^) Aber ob ich dir deswegen in den Hintern treten möchte? Hmm, wie gesagt: bin dem AT zugetan, was bedeuten würde:

    „… so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.“

    Arschtritt für Arschtritt? Nein. Ich verzichte. (o.O)

    Vorsätze habe ich eigentlich keine „echten“ - ich hab mir Dinge vorgenommen, aber nicht unbedingt zu Beginn des Jahres. Und es muss auch nicht bis zum Soundsovielten passiert sein.
    Den Stress gebe ich mir gar nicht.
    Klar, steht einiges an. Die Ausbildung wird hoffentlich im Sommer beendet ... aber so etwas nimmt man sich ja nicht „vor“. Die war ohnehin immer auf Sommer 2013 beschränkt. Also, wenn ich mich nicht dämlich anstelle. (^.^)

    Vielleicht suche ich mir ja noch ein paar Aufgaben. Vielleicht so etwas wie Merkfähigkeit verbessern und vielleicht so etwas wie Jonglieren lernen. Das wäre fein.

    Im Übrigens: sieben ist keine doofe Zahl. Wir haben im siebten Jahr, in dem wir uns kannten, geheiratet. Und huch - sind es immer noch. Und dieses Jahr steht wieder ein siebtes Jahr an (im März sind wir sieben Jahre ein Paar). Ich seh das entspannt. Aber Trennungsbarometer finde ich witzig. Was wohl die Sylvie und der Rafael für ein Barometer hatten?! (^.^)

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    1. Whoaaa, so ein langer Kommentar! <3

      Stimmt, die Palme palmt hier das ganze Jahr über rum, im späten Frühjahr und Sommer bis in den Frühherbst allerdings auf dem Balkon. Ein bisschen Spaß muss sein, wenn man weiß, dass man im Dezember wieder als Sternchen- und Kugelständer herhalten muss. :D

      Freut mich, dass du unsere Vorhaben gut findest. <3 Die Klassiker passen nicht so recht zu uns - und Bewegung hab ich wirklich schon genug. :D

      Ehrlich? Du magst das AT lieber? Joey ist entsetzt! :D Ihm macht das gesamte AT ziemliche Angst. Ich bin gespannt, wie weit wir kommen - wenn es nicht die gesamte Bibel wird, auch kein Beinbruch. Hauptsache, wir haben endlich mal wirklich angefangen. Wir haben sogar gelbe Textmarker, um uns interessante Stellen damit anzustreichen. Ein Lexikon ... das wäre auch mal was. :)

      Arschtritt für Arschtritt! :D :D :D

      Ich bin mir absolut sicher, dass du den Abschluss der Ausbildung meistern wirst. <3 Das haben schon ganz andere geschafft (*hust*), da bin ich bei dir absolut bester Dinge. <3

      Stress machen wir uns mit den Vorsätzen nicht - es sind ja auch alles eher schöne Sachen. Bis auf das Putzen der Küche nach dem Gemeinschaftskochen. ;)

      Ich mag ungerade Zahlen allgemein nicht so gern, ich weiß nicht, warum - aber Angst macht uns die Sieben nicht, es ist eher eine Art gespanntes »Naa, wie werden wir das von allen gefürchtete Jahr wuppen?«. Du und Daniel seid dafür ja das beste Vorbild. :) Auch wenn es zwischen Georg und mir bestimmt mehr krachen wird. Den ersten epischen Streit 2013 haben wir schon hinter uns.

      Hey, und: Schildkröten sind nicht pervers! Bei denen geht das alles so langsam, dass ... Ach, ich lass das lieber. :D :D

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