Freitag, 14. Dezember 2012

Körperklaus reloaded

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Heute habe ich wieder einmal festgestellt, dass Julias und mein Gehirn wahrhaftig irgendwie vernetzt sein müssen. Und zwar daran, dass sie über Körperklausigkeiten oder andere Wehwehchen gebloggt hat – einen Tag, bevor ich eine der miesesten Nachrichten dieses Monats erhalten habe.

Ich behaupte zwar, dass wir mit dem klassischen Körperklaus beide herzlich wenig gemeinsam haben, doch laut Eigendefinition bin ich auch einer: ein Mensch, dessen Körper im Verhältnis zum Alter (29) übermäßig hinüber ist.

Meine Grunderkrankungen sind die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, die ein chronisches Schmerzsyndrom verursacht hat, weil sie nicht früh genug erkannt wurde, und das Asthma bronchiale, das im Lauf der Jahre einige Notarzteinsätze erfordert hat. Diese Krankheiten sind lästig, bedürfen regelmäßiger Arztbesuche und Blutkontrollen, schränken mich in meinem Alltag aber nicht allzu stark ein. Mehr Probleme habe ich mit meiner Medikation, die ab und zu wechselt, weil mein Klausenkörper viele Wirkstoffe nicht verträgt.

Ein Positives hat all das trotzdem: Wäre ich Anfang 2006 gesundheitlich nicht extrem angeschlagen und mehrere Monate am Stück arbeitsunfähig krank gewesen, hätte ich ab September 2006 niemals die rehabilitative Ausbildung zur Bürokauffrau finanziert bekommen, in der ich Georg kennengelernt habe. Dadurch glaube ich fest daran, dass Krisen aller Art auch zu großem Glück führen können. Und ich hoffe, dass ich mit den negativen Aspekten der Erkrankungen so positiv umgehe, wie es möglich ist.

Womit ich überhaupt nicht gut umgehen kann, ist etwas anderes: mein Gebiss. Was Mund- und Körperpflege betrifft, bin ich eine Hygienefanatikerin erster Güte; meine Zähne sind astrein gepflegt und von Natur aus strahlend weiß. Das schützt mich aber leider nicht davor, permanent Zahnprobleme zu haben – obwohl sie kariesfrei sind, brechen mir immer wieder Zähne ab oder sterben ohne erkennbaren Grund ab, worauf sie Wurzelentzündungen bekommen. Dieses Problem haben auch einige Familienmitglieder; eine Ursache dafür konnte uns bisher kein Zahnarzt oder Kieferchirurg nennen.

Bislang habe ich dadurch drei Zähne verloren, ein weiterer musste überkront werden. Einer der fehlenden Zähne wurde 2008 durch ein Implantat ersetzt, die anderen beiden sind erst im Spätsommer dieses Jahres operativ entfernt worden. Davon war einer der hinterste Backenzahn links unten (47); diesen muss ich nicht zwingend ersetzen lassen, weil er mir weder funktional fehlt, noch von außen zu sehen ist. Der zweite saß im Oberkiefer, der dritte Zahn von hinten rechts (15). An dieser Stelle sieht man natürlich bei breiterem Lachen, dass ein Zahn fehlt. Momentan trage ich deshalb eine leichte provisorische Prothese, mit der ich überraschend gut klarkomme, obwohl ich anfangs skeptisch war. Für festsitzenden Zahnersatz ist es noch zu früh.

Gestern war ich bei meiner Hauszahnärztin zur Kontrolle. Das niederschmetternde Ergebnis: Die OP-Wunden sind bislang nur oberflächlich verheilt, innerhalb des Knochens hat noch keine Heilung stattgefunden, die der seit den OPs vergangenen Zeit entspricht. Sollte sich der Zustand in spätestens sechs Monaten (bei Schmerzen früher) nicht gebessert haben, müssen die Wunden erneut geöffnet und ausgeschabt werden. Da das extrem schmerzhaft ist und örtliche Betäubungsspritzen bei mir nur sehr schwach wirken (womit wir wieder beim Körperklaus wären), müsste ich diese Eingriffe entweder in Vollnarkose oder (was wahrscheinlicher ist) unter Dormicum (auch Schlafspritze genannt) durchführen lassen, wie auch schon die Entfernung des Backenzahns.

Für Asthmatiker sind Eingriffe unter Dormicum allerdings nicht ungefährlich, da der Wirkstoff das Atemvolumen und die Atemfrequenz beeinflusst. Bevor der Backenzahn entfernt wurde, bin ich auf diese Gefahr natürlich hingewiesen worden. Die Eingriffe bei vollem Bewusstsein durchführen zu lassen, würde jedoch bedeuten, massive Schmerzen zu erleben, da die örtliche Betäubung bei mir eben nicht ausreichend wirkt. Meinen Puls (der durchschnittlich bei 120 liegt, was mit der Autoimmunerkrankung zusammenhängt und durch die Gabe von Betablockern nur leicht besser geworden ist) will ich mir in diesem Fall gar nicht vorstellen. Ich würde in Absprache mit dem Chirurgen vermutlich erneut Dormicum wählen – mit starken Bedenken, aber in der Hoffnung, mich für das kleinere Übel zu entscheiden.

Aktuell bin ich deprimiert. Georg und ich sind von meiner körperlichen Leistungsfähigkeit abhängig – wenn die (zum Beispiel zeitweise durch solche Eingriffe) nicht mehr vollständig vorhanden ist, stellt uns das jedes Mal vor organisatorische Probleme. Wir hoffen natürlich, dass die Knochenwunden noch von selbst heilen; meine Laune hat für diese Woche trotzdem ihren absoluten Tiefpunkt erreicht.

Na ja – jetzt haben wir erst mal Wochenende!

Kommentare:

  1. Puuuh, Alex. (ó_ò) Das klingt irgendwie ziemlich körperklausig.
    Ich hoffe, dass deine Wunden ganz, ganz bald heilen werden und du dich nicht wieder quälen musst. Bei deiner Vorgeschichte DARF das nicht passieren. Fühl dich virtuell gedrückt, ja? ♥

    Auch, wenn das gar nichts mit dem Thema als solches zu tun hat: Du k e n n s t die eigentliche Bedeutung von Körperklaus! Love it! Ich wusste doch schon immer: du bist mein Zweitgehirn. Spätestens jetzt bin ich mir ziemlich sicher. (^_^)

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    1. Aww. Danke. <3

      Ich überlege grade, ob wir nicht einen Club der Körperkläuse gründen sollten - Georg würde auch mitmachen. :D

      Haha - und ich meine mich zu erinnern, dass DU mir die eigentliche Bedeutung von Körperklaus einmal erklärt hast. :D Ganz sicher bin ich mir nicht mehr, aber dass wir Zweitgehirne sind, ist ja so oder so längst bewiesen. :D

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  2. Aha, das Mysterium Körperklaus ist gelöst. ^^ Ich habe bei Julias Post schon darüber sinniert und mir eine mehr schlechte als rechte Definition zusammengereimt. ^^

    Oh weh, das klingt echt überhaupt nicht fein. -.- Ich wünsche dir, dass das alles möglichst gut ausgeht und du/ihr keine Schwierigkeiten bekommt. Wie blöd, dass man von solchen Sachen das Leben schwer gemacht kriegen muss.

    Alles Liebe, ich denk an euch!

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    1. Was für eine Definition hattest du dir denn überlegt? Neugier! :D

      Dankeschön. <3 Wir müssen es hinnehmen, wie es kommt, aber wir hoffen natürlich das Beste.

      An dich auch alles Liebe! <3

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    2. Ach, nur so ganz grob, dass der Körper dann halt (gefühlt) ziemlich im Eimer sein muss. Nichts wirklich Konkretes. Eine diffuse Ahnung sozusagen. ^^ Aber ausreichend, um dem Inhalt zu folgen. Nicht, dass das jetzt bei den beiden Einträgen besonders schwer gewesen wäre. :D

      (Ist meine Mail eigentlich angekommen? Die lange übers normale Mailkonto? Und raven hab ich auch bescheid gesagt, bzw. ihr eine Mail mit deiner Adresse geschrieben. Nicht vergessen! YAY! :D)

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    3. Ein ganz kleines bisschen diffus, aber in Bezug auf die Eigendefinition zutreffend! :D

      Jaah, die lange Mail ist da! <3 Ich bin nur noch nicht zum Antworten gekommen. o.o

      Vielen lieben Dank fürs Bescheidsagen! :D

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  3. Ist ja interessant, ich kenne den Begriff des Körperklaus als Bezeichnung für eine sehr tollpatschige Person - wie zum Beispiel mein Pferd, der sich ständig irgendwo die Beine anhaut und überall Macken und Narben hat.

    Ich drücke dir die Daumen, dass die Wunden gut heilen!

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    1. Aww - Falko, der Körperklaus. <3

      Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Definition ich nun am liebsten mag: kaputter Partymensch, Gammelkörpermensch oder ultimativer Tollpatsch. Vielleicht steckt in jedem ein Stück Körperklaus. ;D

      Danke dir fürs Daumendrücken! :)

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